bAV im Versorgungswerk

bAV Versicherungen von Matthias Hundt

In einem Versorgungswerk bündeln mehrere Unternehmen die betriebliche Altersversorgung für ihre Mitarbeiter. Das verbessert die Konditionen nochmals und hebt auch die Gesamtverzinsung.

Foto: fotolia.de_Robert Kneschke

„Im Einkauf liegt der Gewinn.“ Die alte Kaufmannsweisheit funktioniert auch in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Hier bündelt ein Unternehmen die Einkaufskraft seiner Mitarbeiter. Das macht ein Produkt wie eine Versicherung günstiger, denn der Anbieter gibt im Gegenzug für die Vielzahl an neuen Kunden und Beitragszahlern einen Mengenrabatt und/oder Leistungszuschlag.  

Attraktiv für Beschäftigte und ihre Familien
 
Noch größer wird der Vorteil für Arbeitnehmer, wenn mehrere Unternehmen die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter in einer Einrichtung organisieren. Das lässt sich unter dem Dach eines Tarifvertrags leicht bewerkstelligen. Wenn dann der Staat das kollektive Engagement zur finanziellen Absicherung der Ruhestandsphase noch fördert, ergeben sich relativ attraktive Konditionen für jeden Beschäftigten – sowie für deren Familienangehörige, denn die dürfen das Angebot in der Regel ebenfalls nutzen.  

Eigenbeiträge des Arbeitnehmers zur bAV fördert der Staat seit dem Jahr 2002 im Rahmen der so genannten Entgeltumwandlung. Zu dieser Zeit entstanden auch heute große Versorgungswerke wie MetallRente für alle Beschäftigten Metall- und Elektronikindustrie und die KlinikRente für Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Andere berufsständische Versorgungswerke wie zum Beispiel für Apotheker, Ärzte, Juristen, Presseleute oder Angehörige der Chemiebranche, haben ihre solidarischen Versicherungseinrichtungen ebenfalls um die Altersvorsorge erweitert. Einen Überblick über einige berufsständischen Vorsorgewerke findet sich unter abv.de.  

MetallRente hat die größte Einkaufsmacht  

Die größte Einkaufsmacht hat die Metallrente. Fast 500.000 Angestellte aus rund 25.000 Betrieben haben sich für eine zusätzliche Altersversorgung durch dieses Versorgungswerk entschieden. Neben der Metall- und Elektroindustrie haben sich inzwischen auch die Branchen Stahl, Textil/Bekleidung sowie Holz/Kunststoff mit vergleichbaren Tarifverträgen der MetallRente angeschlossen. Organisiert ist die MetallRente als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Die Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sind gleichberechtigte Alleingesellschafter.  

Damit die Risiken eines so großen Kollektivs auf mehrere Schultern verteilt werden, arbeitet das Versorgungswerk mit einem Konsortium an Versicherern zusammen: Allianz, Ergo, R+V, Swiss Life, Generali. Die Partner bieten in der bAV vier Durchführungswege der Entgeltumwandlung an: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds und Unterstützungskasse. Wie bei den meisten Versorgungswerken hat die Direktversicherung im Neugeschäft die größte Bedeutung. Weitere Leistungen der Partner sind im Bereich der Altersvorsorge die Riester-Rente und im Bereich der Absicherung der Arbeitskraft die MetallRente-Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die MetallRente-Erwerbsminderungspolice.  

Seite 1: bAV im Versorgungswerk
Seite 2: Konsortium gibt Stabilität und Sicherheit