Trend 3D-Druck – Innovation, aber sicher!

Technische Versicherungen von Juliane Moghimi

Die technische Entwicklung schreitet in rasendem Tempo voran. Was vor einigen Jahren noch einen Sketch für die Versteckte Kamera wert war, ist heute schon Realität: der Druck in 3D. Aber was bedeutet das eigentlich für die Versicherungen?

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Bei „Verstehen Sie Spaß?“ gab es vor ein paar Jahren einen Streich, bei dem zwei junge Damen hereingelegt wurden. Sie waren als Aushilfen in einem Büro eingestellt worden und sollten gleich am ersten Tag mittags per Telefon Pizza für alle bestellen. Der „Pizzabote“ am anderen Ende der Leitung fragte, ob die Lieferung wie immer erfolgen solle, was die Damen bejahten. Ein paar Minuten später sprang der Drucker an und druckte die bestellte Pizza einfach aus. Der „Chef“ erklärte, diese Technik sei brandneu – und ließ die beiden zum Beweis auch noch Schuhe und Parfüm ausdrucken.

Was damals für schadenfrohe Lacher sorgte, ist heute in der Realisierung schon weit fortgeschritten. Pizza wird zugegebenermaßen immer noch nicht gedruckt, aber das ist lediglich eine Frage des Materials. Eine große Nudelfirma arbeitet bereits daran, den 3D-Drucker für ihre Teigwaren fitzumachen. Bisher können Materialien wie Kunststoff, Metall, Keramik und Kunstharz für das Verfahren verwendet werden. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und reichen von der Prothesen- und Zahnersatzherstellung bis hin zum Druck kompletter Häuser und Autos – was allerdings bislang vor allem in China praktiziert wird. Global liegen die deutschen Unternehmen vorn, was die Umsätze mit 3D-gedruckten Produkten betrifft: Sie erwirtschafteten 2015/16 etwa ein Zehntel der weltweiten 10 Milliarden Euro. Gedruckt werden hierzulande neben den bereits erwähnten Prothesen vor allem Bauteile für Flugzeuge und Autos sowie Modelle – etwa in der Architektur – und Prototypen.

Für die involvierten Unternehmen freilich wirft die Anwendung der neuen Technologie auch Fragen auf – neben rechtlichen wie der nach dem Urheberrecht auch versicherungstechnische. Inzwischen gibt es die ersten 3D-Drucker-Versicherungen. Typischerweise enthalten sie die folgenden Leistungen:

  • Absicherung des Druckers selbst gegen Beschädigung, Zerstörung oder Verlust
  • Übernahme der Kosten bei schadhaften Druckerzeugnissen
  • Kostenerstattung für den Fall, dass das Rohmaterial unbrauchbar wird
  • Absicherung des Unternehmens gegen Betriebsunterbrechung bzw. Ertragsausfälle aufgrund des Schadens am 3D-Drucker

Noch immer gilt es, spezielle Fragen zu klären, zum Beispiel die nach der Haftung, falls ein 3D-gedrucktes Ersatzteil bricht. Traditionell wäre das der Hersteller des Bauteils. Aber wie ist das, wenn der nur die Druckunterlagen an das 3D-Druck-Unternehmen weitergeleitet hat? Es gibt Stimmen, die sich dafür aussprechen, dass unabhängig vom technischen Fortschritt 3D-Druck nur durch ausgebildete Fachkräfte erfolgen sollte – eben, um solchen Problemen vorzubeugen. Aber wie auch immer die Entwicklung weitergeht: Die Versicherungen werden sich dem Fortschritt anzupassen wissen.