Neuwert, Zeitwert, Wiederbeschaffungswert?

Technische Versicherungen von Juliane Moghimi

In der Versicherungsbranche gibt es verschiedene Wertbegriffe für die zu versichernden Güter. Die Unterschiede zur Festlegung des Versicherungswertes bei Technischen Versicherungen erfahren Sie hier.

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Geht es darum, Sachwerte zu versichern, so ist im Allgemeinen von deren Versicherungswert die Rede. Dieser wird in § 88 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) näher definiert:

„Soweit nichts anderes vereinbart ist, gilt als Versicherungswert, wenn sich die Versicherung auf eine Sache oder einen Inbegriff von Sachen bezieht, der Betrag, den der Versicherungsnehmer zur Zeit des Eintrittes des Versicherungsfalles für die Wiederbeschaffung oder Wiederherstellung der versicherten Sache in neuwertigem Zustand unter Abzug des sich aus dem Unterschied zwischen alt und neu ergebenden Minderwertes aufzuwenden hat.“

In diesem Mammutsatz verbergen sich mehrere mögliche Betrachtungsweisen für den anzusetzenden Wert der zu versichernden Sachgegenstände. Welcher jeweils zur Anwendung kommt, hängt von der Art der Nutzung und der zu erwartenden Wertentwicklung der betreffenden Sache ab.

Neuwert: Als Neuwert wird der Betrag bezeichnet, den man aufwenden müsste, um genau den gleichen Sachgegenstand zum aktuellen Zeitpunkt neu anzuschaffen. Wie viel er ursprünglich gekostet hat, ist dabei nebensächlich.

Zeitwert: Der Zeitwert entspricht dem Wert, den der Sachgegenstand zum Zeitpunkt des Schadens hat. Er wird vom Neuwert abgeleitet, wobei die Wertminderung aufgrund des Alters und der Abnutzung des Gegenstandes berücksichtigt wird. Der Zeitwert kann entweder der Wiederbeschaffungs- oder der Veräußerungswert sein.

Wiederbeschaffungswert: Der Wiederbeschaffungswert beschreibt die Aufwendungen, die nötig wären, um einen gleichwertigen Gegenstand anzuschaffen – d.h., er entspricht vom Alter und Zustand her dem verlorenen oder beschädigten Sachgegenstand. Hinzugerechnet werden auch eventuelle Nebenkosten der Beschaffung.

Veräußerungswert: Der Veräußerungswert beschreibt den Betrag, der beim Verkauf des Sachgegenstandes erzielt werden könnte. Bei Versicherungen spielt er vor allem dort eine Rolle, wo Gegenstände im Laufe der Zeit an Wert dazugewinnen, z.B. bei Oldtimern, Kunstgegenständen oder Musikinstrumenten.