Achtung, Falle! Bauversicherungen und die Frage nach der Unternehmereigenschaft

Technische Versicherungen von Juliane Moghimi

Im Baugewerbe entstehen oft komplexe Geflechte aus Auftraggebern, Generalauftragnehmern, Auftragnehmern, Nachauftragnehmern usw. Versicherungsrechtlich ist es entscheidend, dass die Bauleistungs- und die Montageversicherung auf der richtigen Ebene abgeschlossen werden, damit niemand auf seinen Kosten sitzenbleibt.

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Wenn heutzutage ein Bauprojekt durchgeführt wird, dann steht der Auftraggeber in den seltensten Fällen mit allen Gewerken direkt in Kontakt. Typischerweise vergibt er den Bauauftrag an einen Haupt- oder auch Generalauftragnehmer, der dann seinerseits Subunternehmer für die einzelnen Bauabschnitte beauftragt. Bei den Subunternehmen handelt es sich um die einzelnen Gewerke, also beispielsweise Gerüstbauer, Maurer, Fliesenleger, Dachdecker, Fensterbauer usw.

Der Generalauftragnehmer kann entweder ein Generalübernehmer sein, dann beauftragt er sowohl die einzelnen Gewerke als auch den Architekten. Oder aber es handelt sich um einen Generalunternehmer, der lediglich die Gewerke beauftragt. In diesem Falle wird der Architekt ebenfalls vom eigentlichen Auftraggeber direkt engagiert. Dieser Unterschied ist jedoch für die abzuschließenden Bauversicherungen unerheblich.

 

Wer muss die Bauversicherungen abschließen?

Für die Absicherung der Bauphasen gibt es einmal die Bauleistungsversicherung. Sie sichert das Bauprojekt gegen Schäden durch verschiedene Risiken wie außergewöhnliche Witterungseinflüsse, bei Vertragsabschluss unbekannte Eigenschaften des Baugrundes, mutwillige oder vorsätzliche Beschädigung durch Unbekannte oder Glasbruch ab. Daneben sollte für die Montage eine gesonderte Montageversicherung abgeschlossen werden, welche die Konstruktion gegen Schäden durch Beschädigungen, Zerstörung oder Verlust absichert.

Ein häufig gemachter Fehler ist der, dass die Bauversicherungen für die Subunternehmen abgeschlossen werden. Dies erscheint in gewisser Weise logisch, schließlich sind sie es, die unmittelbar an dem Projekt arbeiten. Allerdings kann es dann passieren, dass im Schadensfall nicht alle Kosten gedeckt sind.

Hierzu ein Beispiel: Der Gerüstbauer Müller stellt die Gerüste für ein Bauvorhaben. Durch einen heftigen Sturm auf der Baustelle kommt es zu Schäden an der Konstruktion. Hierdurch verzögert sich das Bauprojekt. Dem Generalauftragnehmer entstehen dadurch Regiekosten, die er in Rechnung stellt. Die Montageversicherung, deren Versicherungsnehmer der Gerüstbauer ist, wird diese Regiekosten in der Regel jedoch nicht übernehmen.

Wichtig ist deshalb: Damit die Nachunternehmer umfassend versichert sind, müssen die Bauversicherungen entweder vom Auftraggeber oder auch vom Generalauftragnehmer abgeschlossen werden. Verantwortungsvolle Makler sollten daher immer kritisch nachfragen, wenn Handwerksbetriebe einzelne Leistungen versichern wollen.