Das Absicherungspotenzial bleibt hoch

Risikolebensversicherung von Bernd Schlagensetter

Auch wenn der Mann immer seltener Alleinverdiener einer Familie ist – das finanzielle Absicherungsbedürfnis bleibt hoch. Dafür sorgt unter anderem eine Zunahme von Zusammenlebensformen abseits der Ehe.

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„Am Samstag gehört Vati mir“ – ein Slogan, der vor allem den älteren Semestern in Erinnerung geblieben sein dürfte. In den 50er-Jahren gingen die Gewerkschaften mit dieser Forderung auf die Straße, schließlich mussten Arbeitnehmer in der Regel damals noch sechs Tage die Woche zur Arbeit.

Während Vati also samstags noch in der Fabrik oder im Büro malochte, war von Mutti keine Rede. Die Frau war in der Regel für die Kindererziehung sowie die Führung des Haushalts zuständig, für das Einkommen der Familie sorgte somit zumeist der Mann alleine. Die finanzielle Abhängigkeit vom Ehemann war damals entsprechend hoch. Fiel sein Einkommen weg, etwa weil der Mann verstorben war, stand die Familie vor einem finanziellen Scherbenhaufen. 

Die Zeiten, in denen der Familienvater stets den Alleinverdiener mimte, sind mittlerweile passé. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung enthüllte vor einigen Jahren, dass der männliche Alleinverdiener für sechzig Prozent der Deutschen ein Auslaufmodell darstelle. In immer mehr Familien müsse der Partner schlicht und einfach mitverdienen, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Allerdings: Auch wenn sich das Familienbild mitsamt der dazugehörigen Rollenverteilung in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland verändert hat, das Risiko eines finanziellen Ausfalls ist groß geblieben – insbesondere, wenn Kinder versorgt werden müssen. Stirbt ein Elternteil, steht die Familie vor finanziellen Problemen. Probleme, die durch Zahlungen aus Witwen-/Witwer- oder Waisenrenten nicht gelöst werden können.

Hier haben die Ehepartner einen Anspruch auf einen Teil der gesetzlichen Rente des Partners. Wird ihnen die große Witwen- bzw. Witwerrente zuteil, die an strenge Kriterien gekoppelt ist, erhalten sie 55 Prozent der gesetzlichen Rente, bei der kleinen Witwen- und Witwerrente sind es indes nur 25 Prozent. Darüber hinaus muss die Ehe oder eingetragene Partnerschaft mindestens ein Jahr Bestand haben – ansonsten geht der verbleibende Ehepartner leer aus.

Zumal heutzutage der Trauschein für immer mehr Deutsche an Bedeutung verliert. Man lebt zwar zusammen, verheiratet ist man hingegen nicht. Zwar ist eingetragene Lebenspartnerschaft bei der Hinterbliebenenversorgung grundsätzlich gleichgestellt, eine „wilde Ehe“ ist es indes nicht. Hier geht der Lebenspartner leer aus.

Auch sogenannte Patchwork-Familie sind eine immer beliebter werdendere Form des Zusammenlebens. Laut Zahlen des Familienministeriums sind bis zu 14 Prozent aller Familien in Deutschland Patchwork-Familien. Hier greift die Frage nach der finanziellen Absicherung der Angehörigen besonders, schließlich gilt es hier, sowohl leibliche, als auch Stiefkinder abzusichern.