Zahnzusatzversicherungen boomen

PKV von Sebastian Wilhelm

Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, trägt mehr als die Hälfte der Bevölkerung bereits Zahnersatz; vom Rest glaubt wiederum die Hälfte, früher oder später welchen zu brauchen. Die schon hohe Nachfrage nach Zahnzusatzversicherungen dürfte also nicht so bald versiegen.

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Von 2014 auf 2015 wuchs der Bestand an privaten Zahnzusatzversicherungen um satte 3,7 Prozent. Damit nähert er sich langsam der 15-Millionen-Marke. Unter den Krankenzusatzpolicen ist die für den Zahnbereich damit unangefochtene Spitzenreiterin. Die Erklärung dürfte darin liegen, dass gerade Zahnersatz richtig ins Geld der gesetzlich Versicherten geht. Während die Defizite der Kassenversorgung in der stationären und ambulanten Behandlung vielen GKV-Kunden als eher abstrakt erscheinen, ist die Zahl auf dem Heil- und Kostenplan des Zahnarztes sehr konkret – und häufig sehr unerfreulich. Umfassende Vorsorge oder Alternativmedizin wiederum sind nur einem Ausschnitt der Kassenpatienten so wichtig, dass sie dafür eine private Zusatzversicherung abschließen.

Zahnersatz dagegen betrifft fast jeden. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA jüngst ergab, tragen derzeit 52 Prozent der Deutschen Zahnersatz wie Brücke, Krone, Prothese oder Implantat – Frauen etwas mehr als Männer (siehe Grafik). Von den restlichen Befragten gehen 54 Prozent davon aus, später einmal welchen zu brauchen. Nicht nur angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung dürfte diese Schätzung noch sehr optimistisch sein; immerhin würde ihr zufolge mehr als jeder Fünfte bis zum Lebensende die eigenen unversehrten Zähne nutzen können.

Klar ist jedenfalls: Bei über 71 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland kann von einem gesättigten Markt für Krankenzusatzversicherungen noch lange nicht die Rede sein. Das Produkt wird ein Dauerbrenner der privaten Vorsorge bleiben. Versicherungsmakler tun daher gut daran, einige Spitzenangebote im Portfolio zu haben.