Bilanz 2025

Weniger Blitze, höhere Kosten: Schadensumme erreicht neuen Rekord

Die Zahl der Blitz- und Überspannungsschäden ist 2025 deutlich gesunken. Dennoch wurde jeder Schaden für die Versicherer im Schnitt elf Prozent teurer. Das zeigt die aktuelle Blitzbilanz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Blitze während schwerer Sommergewitter über einem Wohnviertel

Blitze haben 2025 in Deutschland weniger Schäden verursacht als im Vorjahr. | Quelle: Robert Heemskerk

Blitze haben 2025 in Deutschland weniger versicherte Schäden verursacht als im Vorjahr. Hausrat- und Wohngebäudeversicherer registrierten nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 180.000 Blitz- und Überspannungsschäden. Das waren 40.000 Fälle weniger als 2024.

Auch der Schadenaufwand sank: Die Versicherer zahlten insgesamt 310 Millionen Euro und damit 30 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Die Blitzbilanz fügt sich damit in das insgesamt vergleichsweise schadenarme Naturgefahrenjahr 2025 ein.

Durchschnittsschaden steigt auf 1.760 Euro

Während die Zahl der Schäden zurückging, erreichte die durchschnittliche Schadenhöhe einen neuen Höchstwert. Jeder Blitz- und Überspannungsschaden kostete die Versicherer rund 1.760 Euro – elf Prozent mehr als 2024.

„Diese Entwicklung hält seit einigen Jahren an“, erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Als wesentlichen Grund nennt er die immer hochwertigere und technisch modernere Ausstattung von Gebäuden.

Erdblitze auf historischem Tiefstand

Der Rückgang der Schäden geht mit einer außergewöhnlich geringen Blitzaktivität einher. 2025 wurden in Deutschland nur knapp 100.000 Erdblitze registriert – seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000 waren es nie weniger. Ihre Zahl lag rund 70 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2024. Zum Vergleich: 2007, in einem der blitzintensivsten Jahre der Zeitreihe, wurden noch rund 573.000 Erdblitze erfasst.

Fast ein Drittel der Erdblitze entfiel allein auf den Juni: In diesem Monat zeichneten die Messsysteme rund 29.000 Einschläge auf.

Auch die Schadenfrequenz ging zurück. Während Blitze 2024 noch durchschnittlich alle zweieinhalb Minuten einen versicherten Schaden verursachten, ereignete sich 2025 etwa alle drei Minuten ein Blitz- oder Überspannungsschaden.

Welche Versicherung zahlt?

Direkte Blitzeinschläge können Dächer, Mauerwerk oder Schornsteine beschädigen. Häufiger entstehen Schäden jedoch durch Überspannung: Der kurzfristige Spannungsanstieg im Stromnetz kann Steckdosen, Computer, Telefonanlagen oder Heizungssteuerungen zerstören.

Für Schäden am Gebäude und an fest installierter Technik kommt grundsätzlich die Wohngebäudeversicherung auf. Je nach Vertrag übernimmt sie auch notwendige Aufräumarbeiten, Hotelkosten sowie die Sicherung des Grundstücks. Beschädigte Einrichtungsgegenstände und mobile Elektrogeräte fallen dagegen unter die Hausratversicherung.

Long Story short

  • Weniger Schäden: 2025 registrierten Versicherer 180.000 Blitz- und Überspannungsschäden – 40.000 weniger als 2024.

  • Neuer Höchstwert: Der Durchschnittsschaden stieg um elf Prozent auf 1.760 Euro.

  • Historischer Tiefstand: Mit knapp 100.000 Erdblitzen wurde der niedrigste Wert seit Messbeginn im Jahr 2000 erreicht.