Aktuelle Bedrohungslage

Waldbrandversicherungen gewinnen an Bedeutung

Derzeit toben Waldbrände in mehreren Bundesländern – ein Bild, das es zukünftig häufiger geben wird. Private Waldeigentümer können Policen gegen die finanziellen Folgen der Brände abschließen.

Waldbrandversicherungen gewinnen an Bedeutung

Waldbrände richten große Schäden an – an der Natur, aber auch auf wirtschaftlicher Seite bei den Waldbesitzern. | Quelle: sasapanchenko

In Nordrhein-Westfalen sind die Waldbrände gerade besonders heftig, doch auch in mehreren anderen Bundesländern stehen aktuell Forstgebiete in Flammen. Eine katastrophale Situation, die sich in Zukunft, mit Blick auf die Forschungslage, immer häufiger wiederholen und damit auch zu einem immer größeren Versicherungsthema werden wird.

„Mit dem Klimawandel nehmen Hitze und Trockenheit zu – und damit die Bedingungen, unter denen aus einem kleinen Feuer ein Großbrand wird“, schreibt dazu aktuell der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unter Bezugnahme auf eine Langzeitauswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Denn seit 1952 ist die Anzahl sogenannter heißer Tage (Anzahl der Tage mit einem Lufttemperatur-Maximum über 30 Grad Celsius im deutschen Gebietsmittel) hierzulande stark gestiegen. Während sie bis 1992 nur ein einziges Mal über 10 lag (1976: 10,2 Tage), ist dies seitdem bereits 14 mal vorgekommen – in einem kürzeren Zeitraum wohlgemerkt. Eine wichtige Information vor dem Hintergrund, dass die Brisanz der Situation manchmal mit dem Argument abgetan wird, es habe auch früher schon heiße Tage in Deutschland gegeben.

Knapp 6 Millionen Hektar versicherbarer Wald

Der GDV weist zudem darauf hin, dass sich 48 Prozent des deutschen Waldgebiets in Privateigentum befinden. Dabei handle es sich um knapp 6 Millionen Hektar, was wiederum einem Sechstel der Landesfläche Deutschlands entspreche. Für solche privaten Waldgebiete können grundsätzlich Waldbrandversicherungen abgeschlossen werden. Diese ersetzen im Kern die finanziellen Schäden von verbrannten bestehenden Bäumen als auch von gelagertem Holz sowie den damit verbundenen Ertragsausfall und können teilweise um Zusatzleistungen wie Aufräumarbeiten erweitert werden.

Wie viele private Waldeigentümer bereits eine Waldbrandversicherung abgeschlossen haben, dazu finden sich keine konkreten Zahlen. Der GDV hatte 2022 mitgeteilt, dass viele Waldbesitzer auf solche Policen verzichten. Mit der steigenden Bedrohungslage könnte sich diese Haltung aber wandeln. Umso wichtiger für Makler, das Thema anzusprechen und Lösungen anbieten zu können.

long story short:

Deutschlands Waldbrandgefahr steigt: Hitze und Trockenheit nehmen durch den Klimawandel zu. Seit 1992 gab es 14-mal mehr als zehn heiße Tage pro Jahr – deutlich häufiger als zuvor. Rund 6 Millionen Hektar Privatwald sind grundsätzlich versicherbar. Waldbrandpolicen decken Schäden an Bäumen und Holz sowie Ertragsausfälle. Steigende Risiken könnten die Nachfrage erhöhen.