Schadenfall der Woche

Über 300.000 Dollar: Anwaltskosten blasen Kfz-Schaden auf das 26-Fache auf

Weil er nach einem Autounfall die Nacken-OP seiner Kundin nicht bezahlen wollte, stritt ein US-Kfz-Versicherer lange mit ihr vor Gericht. Letztendlich verschlangen die hohen Anwaltskosten ein kleines Vermögen.

Eine Haft- und Bewährungsstrafe hat die Aktion von Betrügern im Bärenkostüm nach sich gezogen.

| Quelle: procontra

Im Januar 2021 wurde eine Autofahrerin im US-Bundesstaat Michigan an einer roten Ampel stehend von hinten gerammt. Laut ihren Angaben erlitt sie dadurch eine Verletzung an ihrem Nacken, die im Februar 2022 eine Operation notwendig machte. Die Kosten dafür betrugen 11.797 US-Dollar, wurden aber von ihrem Kfz-Versicherer Auto-Owners (mit integrierter Faherschutzversicherung) nicht übernommen, wie das Medium Insurance Business berichtet.

Wie im Zuge des folgenden Gerichtsverfahrens herauskam, hatte die Fahrerin bereits eine „lange, komplizierte Krankengeschichte vor dem Unfall“ und sogar bereits mehrere Wirbelsäulenoperationen hinter sich, heißt es in dem Bericht. Der Versicherer fragte sich deshalb, ob es sich bei der jüngsten Nacken-OP um die notwendige Folge des Unfalls oder um eine bereits bestehende Erkrankung handelte.

Das folgende Gerichtsverfahren zog sich hin und dem Bericht zufolge lag der Stundensatz der Hauptanwälte bei 750 US-Dollar. Letztendlich wurde Auto-Owners dabei eine verspätete Nachprüfung des Schadenhergangs zum Verhängnis, heißt es weiter. Dies bedingte nicht nur die Zahlung der OP-Rechnung, sondern auch von Anwaltskosten in Höhe von rund 288.000 US-Dollar sowie einigen weiteren Gebühren, insgesamt 315.605,35 US-Dollar.