In Vermittlerkreisen kursieren derzeit Gerüchte, wonach die Signal Iduna ihre Bestände in der Schaden- und Unfallversicherung umfassend sanieren wolle. Ausgangspunkt sind Berichte über gekündigte gewerbliche Kfz- beziehungsweise Lkw-Flotten.
So schildert ein Vermittler in einem Onlineforum zwei Fälle, in denen nach einem Glasbruchschaden zunächst das betroffene Fahrzeug und anschließend weitere Kfz-Verträge der jeweiligen Kunden zum Ablauf gekündigt worden seien. Betroffen gewesen seien eine Taxiflotte und der Fuhrpark eines Großhandels. Nach Angaben des Vermittlers hätten die Schadenverläufe keine besonderen Auffälligkeiten gezeigt.
Weitere Nutzer verwiesen daraufhin auf Gerüchte, wonach Signal Iduna ihre Sachbestände derzeit insgesamt stärker auf Profitabilität ausrichte. Belastbare Belege für eine flächendeckende Sanierungsaktion wurden dabei allerdings nicht genannt.
Kein pauschaler Rückzug aus Geschäftsfeldern
Auf Anfrage von procontra weist Signal Iduna die Spekulationen über eine breite Sanierungsrunde zurück. „Die von Ihnen zitierten Stimmen aus der Branche über einen pauschalen Rückzug aus einzelnen Geschäftsfeldern oder flächendeckende Sanierungsrunden können wir nicht nachvollziehen“, erklärt das Unternehmen.
Richtig sei, dass der Versicherer in den vergangenen beiden Jahren die Profitabilität der Kompositversicherung stärker in den Fokus gerückt habe. Dafür habe Signal Iduna ein umfangreiches Maßnahmenpaket umgesetzt. Nach Angaben des Unternehmens verbesserte sich die Schaden-Kostenquote dadurch von 98,7 Prozent im Jahr 2024 auf 91,1 Prozent im Jahr 2025.
Die laufende Überprüfung des Portfolios bezeichnet Signal Iduna als Bestandteil eines vorausschauenden Risikomanagements. Sie diene der langfristigen Stabilität und Bezahlbarkeit der Produkte. Von dauerhaft defizitären Kundenverbindungen trenne sich der Versicherer „sehr selektiv und einzelfallbezogen“. Ein solches Vorgehen sei branchenüblich und erfolge im Interesse des gesamten Versichertenkollektivs.
Wachstum im Kompositgeschäft geplant
Einen Rückzug aus einzelnen Kompositsparten schließt Signal Iduna ausdrücklich aus. Das Unternehmen werde Vollsortimenter bleiben und sein spartenübergreifendes Angebot weiterentwickeln. Bereits 2025 habe das Kompositgeschäft zugelegt. Und auch für den Zeitraum von 2026 bis 2030 plane man weiteres Wachstum.
Profitabilitäts- und Sanierungsmaßnahmen versteht Signal Iduna dabei nicht als Zeichen eines Rückzugs, sondern als Steuerungsinstrument für eine ertragreiche Entwicklung.
Im laufenden Jahr brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben unter anderem ein neues Risiko-Unfallprodukt auf den Markt und modernisierte seinen Kraftfahrttarif. Seit Juli 2026 stehe zudem das Cyberprodukt des Versicherers auch im Maklermarkt zur Verfügung. „Somit stellen wir ein zukunftsfähiges, stabiles und verlässliches Komposit-Portfolio für alle unsere Kunden und Vertriebspartner sicher“, lässt der Versicherer mitteilen.
Long Story short
Signal Iduna dementiert Gerüchte zu einer flächendeckenden Sanierung ihrer Kompositbestände.
Von dauerhaft defizitären Verträgen trennt sich der Versicherer nach eigener Aussage nur selektiv und einzelfallbezogen.
Signal Iduna will Vollsortimenter bleiben und schließt einen Rückzug aus einzelnen Kompositsparten aus.
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