Die guten Nachrichten zuerst: Für die große Mehrheit ändert sich nichts. In 304 Zulassungsbezirken mit mehr als 32 Millionen Autofahrenden bleibt die Regionalklasse in der Kfz-Haftpflichtversicherung unverändert. Aber: In 46 Bezirken Deutschlands steigt die Regionalklasse und das betrifft 4,8 Millionen Autofahrer. Das geht aus der aktuellen Regionalstatistik des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, die der Verband jährlich veröffentlicht.
Die schlechteste Schadenbilanz hat erneut Offenbach in Hessen. Dort liegen die Schäden fast 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dahinter folgen Gelsenkirchen und Berlin. Die beste Schadenbilanz weist der brandenburgische Landkreis Elbe-Elster auf. Dort liegen die Schäden rund 33 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt und bleibt damit unangefochten auf Platz 1.
Bessere Regionalklasse in 63 Zulassungsbezirken
Für 5,2 Millionen Autofahrer aus 63 Zulassungsbezirken verbessert sich die Regionalklasse. Bei den Kaskoversicherungen fallen die Veränderungen nach Auswertung der Zahlen durch den GDV gering aus. Rund 33 Millionen Autofahrer behalten die aktuellen Regionalklassen. Für rund 2,4 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherte ergeben sich höhere und ebenfalls für rund 2,4 Millionen Versicherte niedrigere Einstufungen.
Regionalklassen gibt es für die Kfz-Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherung. In der Kfz-Haftpflichtversicherung sind die Versicherungsleistungen maßgeblich, bei denen Dritte durch das versicherte Auto geschädigt werden. In der Kaskoversicherung geht es um Schäden am eigenen Auto. In der Teilkaskoversicherung etwa um Autodiebstähle, Glasschäden, Fahrzeugbrände, Wildunfälle oder Unwetterschäden. In der Vollkaskoversicherung sind zudem Schäden am eigenen Auto versichert, die durch einen selbst verursachten Unfall entstehen.
Die Schadenbilanzen der Zulassungsbezirke hat der GDV versicherungsmathematisch in einen Indexwert umgerechnet, der die jeweilige Regionalklasse bestimmt. Für die Haftpflicht gibt es 12, für die Vollkasko 9 und für die Teilkasko 16 Klassen. Der Index bezieht sich auf den Bundesdurchschnitt mit dem Wert 100. Liegt der Wert darunter, ist die Schadenbilanz der Region besser als der Schnitt, ist der Wert höher, ist die Schadenbilanz schlechter.
Für die KfZ-Haftpflicht ergibt sich für die Region Elbe-Elster also ein Indexwert von 67,32 (+0,91) und die Regionalklasse 1. Offenbach erhält mit einem Indexwert von 139,44 (+0,3) die Regionalklasse 12.
Hohe Indexwerte in Bayern
Für den Bereich Vollkasko weist die Wesermarsch bei Brake in Niedersachen den niedrigsten Index auf (79,84; +0,85) und Garmisch-Partenkirchen in Bayern den Höchsten (150,55; -2,72). Auch im Segment Teilkasko findet sich eine bayerische Region wider: Das Ostallgäu ist mit einem Index von 228, 35 (-2) und der Regionalklasse 16 negativer Spitzenreiter. Bielefeld in Nordrhein-Westfalen hingegen wird mit einem Indexwert von 61,97 (+0,53) in die Regionalklasse 1 eingestuft.
Die Regionalklassen spiegeln die Schadenbilanz der 413 deutschen Zulassungsbezirke wider und werden einmal im Jahr vom GDV berechnet. Entscheidend ist dabei nicht, wo ein Schaden entstanden ist, sondern in welchem Zulassungsbezirk der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat. Versicherer können die Ergebnisse ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr anwenden, verbindlich ist die Regionalstatistik des GDV aber nicht.
Für die Berechnung des Versicherungsbeitrags spielen neben der Schadenbilanz aber noch viele weitere Risikomerkmale eine Rolle, wie etwa die jährliche Laufleistung, der Nutzerkreis oder die Typklasse eines Fahrzeugs. Wer die Regionalklasse für seinen Zulassungsbezirk wissen möchte, kann das hier herausfinden.
long story short:
Stabilität für die Mehrheit: In 304 von 413 Zulassungsbezirken (über 32 Millionen Autofahrer) bleibt die Regionalklasse in der Kfz-Haftpflicht unverändert – keine Änderungen für die große Mehrheit.
Verschlechterung in 46 Bezirken: Für 4,8 Millionen Autofahrer steigt die Regionalklasse, darunter besonders betroffen: Offenbach (Hessen) mit einer Schadenbilanz von fast 40 % über dem Bundesdurchschnitt (schlechtester Wert).
Verbesserungen in 63 Bezirken: 5,2 Millionen Versicherte profitieren von einer besseren Einstufung, darunter Elbe-Elster (Brandenburg) mit einer 33 % unterdurchschnittlichen Schadenbilanz (bester Wert).


