Kfz-Tarife

Kaskoschutz für E-Autos: Wenn der Akku zum Kostenrisiko wird

Mit der steigenden Zahl von Elektrofahrzeugen wächst auch der Beratungsbedarf rund um den Versicherungsschutz. Der Bund der Versicherten (BdV) warnt vor erheblichen Kostenrisiken bei Akkuschäden.

Elektroauto auf dem Parkplatz, angeschlossen an eine Ladestation

Immer mehr Menschen steigen auf E-Autos um – für Vermittler eröffnet das neue Beratungschancen. | Quelle: deepblue4you

Immer mehr Autofahrer steigen auf Elektrofahrzeuge um. Für Versicherungsvermittler eröffnet das zusätzliche Beratungschancen – zugleich steigen die Anforderungen an die Tarifauswahl. Denn Schäden am Akku können schnell hohe Kosten verursachen und sind in den Bedingungen der Versicherer sehr unterschiedlich geregelt.

„Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei der Wahl des Kfz-Tarifs ganz genau hinschauen“, sagt Bianka Bobell, Kfz-Versicherungsexpertin beim Bund der Versicherten (BdV). Besonders wichtig sei eine leistungsstarke Kaskoversicherung mit umfassendem Akkuschutz. Der Haftpflichtschutz alleine sei nicht ausreichend.

All-Risk-Deckung bietet breite Absicherung

Konkret empfiehlt der BdV für den Akku eine sogenannte All-Risk-Deckung. Dabei sind grundsätzlich alle Beschädigungen, Zerstörungen oder Verluste versichert, sofern sie nicht ausdrücklich in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen werden.

Besonders relevant sind nach Einschätzung des BdV folgende Leistungsmerkmale:

  • Versicherung des Akkus zum Neuwert

  • Übernahme von Entsorgungskosten nach einem Totalschaden

  • Mitversicherung von Folgeschäden durch Tier- oder Marderbisse bis mindestens 20.000 Euro

  • Mitversicherung von Kurzschlussfolgeschäden am Akku bis mindestens 20.000 Euro

  • Absicherung von Überspannungsschäden

  • Schutz bei Bedienfehlern

Abschleppkosten und Ladeinfrastruktur prüfen

Ein häufig übersehener Beratungspunkt ist die Pannenhilfe bei leerem Akku. Zwar sehen viele Tarife eine Leistung vor, doch die Kosten für das Abschleppen bis zur nächsten Ladesäule sind laut BdV oftmals begrenzt.

Auch eine fest installierte Wallbox sollte in die Beratung einbezogen werden. In der Kaskoversicherung können unter anderem Diebstahl, Brand- und Feuerschäden, Überspannung sowie Tierbiss an der Ladeeinrichtung abgesichert sein. Ob und in welchem Umfang dies gilt, hängt vom jeweiligen Bedingungswerk ab. Wallboxen können auch über die Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgesichert werden.

Long Story short

  • Der BdV warnt vor hohen Kosten bei Akkuschäden: Vermittler sollten auf Neuwertentschädigung, Entsorgungskosten und ausreichend hohe Summen für Folgeschäden achten.

  • All-Risk-Deckung: Sie schützt den Akku grundsätzlich gegen alle Schäden, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind.

  • Laut BdV gehören auch Wallbox und Pannenhilfe in die Beratung: Zu prüfen sind unter anderem Überspannungs-, Brand- und Diebstahlschäden sowie Begrenzungen bei den Abschleppkosten.