Franke und Bornberg

Hausrat-Rating: Strengere Bewertungskriterien zeigen große Unterschiede

Franke und Bornberg will bei den Hausrat-Ratings künftig für mehr Transparenz sorgen. Für den neuen Ratingjahrgang hat die Rating-Agentur die Bewertungsrichtlinie gezielt weiterentwickelt. Neue Mindeststandards und zusätzliche Kriterien sollen Leistungsunterschiede sichtbar machen, die für Verbraucher im Schadenfall relevant sind.

Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH

Wer als Makler eine Hausratversicherung vermitteln will hat eine große Auswahl von hervorragenden Tarifen, aber immer noch einen zu große Auswahl an mangelhaften. Das hat ein aktuelles Rating von Franke und Bornberg gezeigt.

Für das aktuelle Rating hat Franke und Bornberg 363 Tarife von 102 Versicherern untersucht. Die Ergebnisse zeigen ein solides Qualitätsniveau, aber weiterhin deutliche Unterschiede. 103 Tarife erreichen die Höchstnote FFF+ hervorragend – das entspricht rund 28 Prozent. 67 Tarife – rund 18 Prozent – erhalten lediglich F+ ausreichend, F mangelhaft oder F- ungenügend. Das Risiko, einen schwachen Tarif abzuschließen, bleibt damit erheblich.

Viele Versicherer führen heute mehrere Tariflinien mit unterschiedlichem Qualitätsniveau. Neben leistungsstarken Top-Tarifen stehen häufig günstige Basisvarianten für preissensible Kunden. Gerade diese Einsteigertarife sind überdurchschnittlich oft in den unteren Bewertungsklassen vertreten.

Schadenaufwendungen steigen

Der Markt bleibt wirtschaftlich vergleichsweise stabil. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lag die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) in der Verbundenen Hausratversicherung 2024 bei 82,8 Prozent (Quelle: GDV, Stand: November 2025). Gleichzeitig steigen die Schadenaufwendungen. Die versicherten Schäden durch Wohnungseinbrüche stiegen 2025 auf 380 Millionen Euro – rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Versicherer zählten etwa 100.000 Fälle, rund 5.000 mehr als 2024. Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch stieg auf 3.850 Euro – der höchste Wert seit Beginn der Messung (Quelle: GDV, April 2026).

„Hausratversicherungen müssen heute deutlich mehr leisten als den klassischen Ersatz nach Feuer-, Leitungswasser- oder Einbruchschäden. Verbraucher erwarten Schutz für moderne Lebenssituationen und eine faire Regulierung auch in schwierigen Schadenfällen“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Das betrifft beispielsweise Online-Schäden, den Versicherungsschutz auf Reisen oder auch den Umgang mit fahrlässigem Verhalten.

Woran schwächere Hausratversicherungen im Rating 2026 scheitern

Tarife mit der Note FF befriedigend oder schlechter zeigen häufig Schwächen bei Leistungen, die im Schadenfall schnell relevant werden können. Besonders auffällig sind Defizite bei Onlineschäden und beim unberechtigten Gebrauch von Kreditkarten. Auch rund um Diebstähle offenbaren sich Lücken, etwa bei Trickdiebstahl, Diebstahl aus Kraftfahrzeugen, auf Reisen oder am Arbeitsplatz. Leistungen für gestohlene Gartenmöbel, Grills, Kinderwagen sowie Gehhilfen und Stützapparate sind ebenfalls nicht immer selbstverständlich.

Dass diese Leistungsmerkmale keineswegs theoretischer Natur sind, zeigt der Blick auf die Schadenstatistik. Einbruchdiebstahl gehört weiterhin zu den teuersten und konfliktträchtigsten Schadenursachen in der Hausratversicherung. Gleichzeitig steigen die durchschnittlichen Schadenhöhen seit Jahren kontinuierlich an.

Darüber hinaus bleiben Rauch- und Rußschäden, Seng- und Schmorschäden sowie Hotelkosten nach einem versicherten Schaden typische Schwachstellen vieler Tarife.

Trends in der Hausratversicherung: Mehr Schutz für moderne Lebenswelten

Die Analysten beobachten seit mehreren Jahren eine Erweiterung des klassischen Leistungsverständnisses. Hausratversicherungen entwickeln sich zunehmend vom reinen Sachschutz zu umfassenden Alltagsabsicherungen. Digitale Risiken wie der Verlust von Daten oder Schäden durch den Missbrauch von Zugangsdaten und Identitäten werden wichtiger. Mobile Lebensstile erfordern den Schutz des eigenen Hab und Guts nicht nur zuhause, sondern auch auf Reisen, im Auto oder im Wohnmobil. Gleichzeitig gewinnt der Wunsch nach einer nachhaltigen Reparatur oder Wiederbeschaffung von technischen Geräten oder Mobiliar für die Tarifentwicklung an Bedeutung.

Auch der Umgang mit grober Fahrlässigkeit verändert sich. Immer mehr Versicherer verzichten auf Leistungskürzungen selbst dann, wenn Versicherte einen Schaden grob fahrlässig herbeigeführt haben. Für Franke und Bornberg ist das ein wichtiger Aspekt kundenfreundlicher Bedingungen.

Long Story short

  • Große Qualitätsunterschiede bleiben bestehen: Im aktuellen Hausrat-Rating von Franke und Bornberg erreichen zwar 103 von 363 Tarifen die Höchstnote „FFF+ hervorragend“, gleichzeitig landen aber 67 Tarife nur im Bereich „ausreichend“ bis „ungenügend“. Für Makler bleibt die Tarifauswahl damit entscheidend.

  • Steigende Schäden erhöhen die Bedeutung guter Leistungen: Die Kosten durch Wohnungseinbrüche sind 2025 laut GDV auf 380 Millionen Euro gestiegen. Schwächere Tarife zeigen insbesondere Lücken bei Diebstahlleistungen, Onlineschäden, Kreditkartenmissbrauch sowie bei Rauch-, Ruß- oder Schmorschäden.

  • Hausrat wird zur Alltagsversicherung: Moderne Tarife decken zunehmend digitale Risiken, mobilen Besitz auf Reisen sowie nachhaltige Reparaturen ab. Gleichzeitig verzichten immer mehr Versicherer auf Leistungskürzungen bei grober Fahrlässigkeit – ein wichtiger Qualitätsindikator für eine kundenfreundliche Absicherung.