Für sein aktuelles Cyber-Rating Privat 2026 hat das Analyshaus Franke und Bornberg 20 Tarife von 13 Versicherern unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Nur die Debeka erreicht mit ihrem überarbeiteten Tarif die Topnote FFF+ hervorragend.
Fünf Tarife erhalten die Bewertung FFF sehr gut, neun Angebote erreichen FF+ gut. Gleichzeitig schneiden mehrere Tarife schwach ab: 20 Prozent der geprüften Produkte erhalten die Note F+ ausreichend oder schlechter, darunter drei Tarife mit der Note F- ungenügend (Europ Assistance, Arag und Roland Rechtsschutz-Versicherung).
„Dass in diesem Jahr nur ein einziger Tarif unsere Bestnote erreicht, zeigt: Guter Cyber-Schutz ist noch immer keine Selbstverständlichkeit“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Der Markt für eigenständige Cyber-Versicherungen bewegt sich kaum, obwohl der Bedarf spürbar steigt.“
Konto- und Zahlungsmissbrauch stärker gewichtet
Für das Rating 2026 hat Franke und Bornberg die Kriteriengewichtung angepasst. Einen höheren Stellenwert erhalten nun der Schutz vor dem Missbrauch von Onlinekonten und Bezahlsystemen. Auch finanzielle Eigenschäden, etwa bei Onlinekäufen und -verkäufen, fließen stärker in die Bewertung ein.
Weniger stark gewichtet werden dagegen die psychologische Betreuung nach Cyber-Mobbing sowie Cyber-Haftpflicht und Cyber-Rechtsschutz.
Erstmals berücksichtigt das Rating zudem die Jahreshöchstentschädigung. Für die Bestnote FFF+ muss ein Tarif mindestens 40.000 Euro als Gesamtleistung vorsehen.
Verschiedene Produktarten
Franke und Bornberg unterscheidet im Rating nicht zwischen eigenständigen Cyber-Versicherungen, Rechtschutzversicherungen mit Fokus auf Internetrisiken und sogenannten Schutzbriefen. Eine trennscharfe Abgrenzung der Produktarten sei kaum möglich, und für Verbraucher spiele die Produktbezeichnung im Zweifel auch keine Rolle, so die Begründung.
Schutzbriefe schneiden im Rating allerdings tendenziell schwächer ab, weil sie überwiegend Unterstützungsleistungen bieten und finanzielle Eigenschäden häufig nicht abdecken.
Cyberrisiken werden vielfältiger
Laut dem Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind im vergangenen Jahr elf Prozent der Internetnutzer in Deutschland Opfer einer Straftat im Internet geworden.
Besonders häufig erlebten Nutzer demnach Betrug beim Onlineshopping sowie -banking (22 bzw. 13 Prozent), Fremdzugriffe auf Online-Accounts (14 Prozent) und Phishing (12 Prozent). Fast 9 von 10 Betroffenen ist dabei ein Schaden entstanden (88 Prozent).
Trotz des wachsenden Risikos ist das Angebot an eigenständigen Cyber-Policen weiterhin klein. Im Vorjahr hatte Franke und Bornberg noch 21 Tarife von 14 Versicherern untersucht. Die rückläufigen Zahlen wertet das Ratinghaus als Zeichen für die Zurückhaltung der Versicherer.
Die sechst besten Cyber-Tarife im Überblick
Gesellschaft | Tarif | Ratingnote | Note |
|---|---|---|---|
Debeka Allgemeine Versicherung AG | Cyberversicherung, Stand 07.2026 | FFF+ (hervorragend) | 0.5 |
VGH Landschaftliche Brandkasse Hannover | CyberSchutz, Stand 01.2025 | FFF (sehr gut) | 0.6 |
VGH Landschaftliche Brandkasse Hannover | CyberSchutz, Stand 01.2025 | FFF (sehr gut) | 0.7 |
Debeka Allgemeine Versicherung AG | Cyberversicherung, Stand 07.2026 | FFF (sehr gut) | 0.9 |
WGV-Versicherung AG | Cyberversicherung, Stand 10.2025 | FFF (sehr gut) | 1.3 |
SV SparkassenVersicherung Gebäudeversicherung AG | SV InternetSchutz, Stand 01.2025 | FFF (sehr gut) | 1.3 |
Long Story short
Nur ein Tarif erreicht im Cyber-Rating Privat 2026 von Franke und Bornberg die Bestnote FFF+: die überarbeitete Cyberversicherung der Debeka.
Das Leistungsniveau ist uneinheitlich: 20 Prozent der 20 geprüften Tarife erhalten nur die Bewertung „ausreichend“ oder schlechter.
Cyberrisiken nehmen zu, doch der Markt stagniert: 2025 wurden in Deutschland elf Prozent der Internetnutzer Opfer einer Internetstraftat.
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