Studie von Munich Re

Interesse an privaten Cyberversicherungen nimmt weiter zu

37 Prozent der Befragten einer Studie von Munich Re ziehen den Abschluss einer Cyberversicherung in Betracht. Dabei schlägt der subjektive Wunsch nach Sicherheit die bloße finanzielle Schadenregulierung.

Hand mit Kreditkarte vor Laptop

Die häufigsten Bedrohungen im Cyberbereich liegen bei Privatpersonen beim Online-Shopping, Phishing und Übernahme von Konten, Identitätsdiebstahl und Missbrauch personenbezogener Daten. | Quelle: Poike

58 Prozent der Befragten einer umfassenden Studie im Auftrag von Munich Re sind bereits einem Cyberangriff im Privatleben zum Opfer gefallen - das ist eines der Ergebnisse der Global Cyber Risk and Insurance Survey 2026. Für die Studie hatte das Marktforschungsunternehmen Statista im Dezember 2025 insgesamt 9.500 Menschen in 20 Ländern befragt. Die Folge: Das Interesse an privaten Cyberversicherungen nimmt zu - auch, wenn das Angebot immer noch recht überschaubar ist. So ziehen es 37 Prozent der Befragten in Betracht eine private Cyberversicherung abzuschließen, 2021 waren das noch 28 Prozent, 2024 lag der Wert bei 36 Prozent.

Identitätsdiebstahl ist häufige Form des Cyberangriffs

Auch nach den Gründen einer fehlenden Police wurde gefragt, dabei lagen zwei Faktoren ganz vorne: Die Unwissenheit über die Existenz von privaten Cyberversicherungen (32 Prozent) und die Kosten der Versicherung (31 Prozent). Die häufigsten Bedrohungen im Cyberbereich liegen bei Privatpersonen beim Online-Shopping, Phishing und Übernahme von Konten, Identitätsdiebstahl und Missbrauch personenbezogener Daten. Dabei werden die Angriffe laut Munich Re häufiger und komplexer. So habe sich Identitätsdiebstahl zu einer der „am weitesten verbreiteten und am schwersten aufzudeckenden Formen der Cyberkriminalität im Privatleben entwickelt. In den USA etwa komme es alle vier Sekunden zu einem solchen Fall, wobei 60 Prozent der Opfer erst nach drei Monaten oder später davon erfahren.

Die Befragten selber berichteten am häufigsten von Betrugsversuchen beim Online-Kauf oder -Verkauf, 21 Prozent waren bereits betroffen, 2021 waren es noch 18 Prozent. Den größten Anstieg verzeichnet der Online-Diebstahl von privaten Dokumenten und Fotos, hier ist eine Steigerung von zehn (2021) auf 15 Prozent (2026) zu verzeichnen.

Wunsch nach Sicherheitsgefühl und Expertenunterstützung

Auch das könnte einer der Gründe sein, warum die Zahl der Abschlüsse von Cyberversicherungen langsam, aber stetig steigt. Denn für 48 Prozent der Befragten steht das Sicherheitsgefühl durch den Abschluss einer Police im Vordergrund. 43 Prozent setzen darauf finanzielle Schäden nach einer Cyberattacke erstattet zu bekommen. Außerdem stehen die Unterstützung durch Experten sowie die Wiederherstellung verlorener Daten oben auf der Liste für die Vorteile einer Cyberversicherung.

Die Sorge vor Cyberkriminalität ist weltweit da: So geben 51 Prozent der Teilnehmer an besorgt oder sehr besorgt zu sein, Deutschland liegt mit 40 Prozent im weltweiten Durchschnitt im mittleren Bereich. Spitzenreiter sind Indien (78 Prozent) und Südafrika (72 Prozent), am wenigsten sorgen sich die Befragten mit Abstand in den Niederlanden (27 Prozent).

long story short:

  • 58 Prozent der Befragten waren privat bereits von einem Cyberangriff betroffen. Besonders häufig sind Betrug beim Online-Handel, Phishing und Identitätsdiebstahl.

  • Das Interesse an privaten Cyberversicherungen wächst: 37 Prozent erwägen einen Abschluss. Fehlendes Wissen über die Produkte und die Kosten bleiben jedoch zentrale Hürden.

  • Versicherte erwarten vor allem mehr Sicherheit, finanzielle Entschädigung, Unterstützung durch Experten und Hilfe bei der Wiederherstellung verlorener Daten.