Wachstum durch KI

Christian Lindner als Investor: KI-Optimierer Moin will Maklerbetriebe kaufen

Zwei bekannte Versicherungsmanager haben die Moin Group gegründet. Maklerbetriebe sollen gekauft und durch den Einsatz von KI zusätzliches Wachstum generiert werden. Die ersten zwei Übernahmen seien bereits erfolgt.

Team der Moin Group

Das Team der Moin Group (v.l.n.r.): Fabian Rothe und die drei Gründer André Hoendgen, Moritz Delbrück und Dr. Philipp Kanschik.  | Quelle: Nicolas Herwig

Die Konsolidierung des in Deutschland stark fragmentierten Maklermarkts nimmt weiter Fahrt auf. Nun wagt sich mit der Moin Group ein neuer Player aus der Deckung. Die Marke steht als Abkürzung für Modern Insurance Technology. Sie will Maklerbetriebe aufkaufen und anschließend deren Arbeitsprozesse mit KI optimieren, so dass Wertsteigerung und Wachstum entstehen. So fasst es Philipp Kanschik, einer der drei Moin-Gründer, an diesem Mittwoch in einem Linkedin-Post zusammen.

Kanschik ist vielen in der Versicherungsbranche als früherer Chef des Zweitmarkthändlers Policen Direkt bekannt. Später hatte sich das Unternehmen in Aventus umbenannt und hatte mehrere Maklerbetriebe übernommen. Er selbst habe in den vergangenen Jahren mehr als 200 Übernahmen begleitet und kenne die Schmerzpunkte der Makler aus hunderten Gesprächen, schreibt Kanschik auf Lnkedin. Der zweite Moin-Gründer ist Moritz Delbrück, der auf Führungspositionen im Arag-Konzern (Justix) und als Chef des IT-Dienstleisters Flexperto zurückblicken kann. Als dritter Gründer ist André Hoendgen an Bord. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens bringt der langjährige Erfahrung im Aufbau von Entwicklungsteams und in der Umsetzung moderner, skalierbarer Softwarelösungen für die Versicherungsbranche mit. Bislang einziger Mitarbeiter ist Fabian Rothe.

Fokus auf Privatkunden-Makler

Laut Moin liegt in den Maklerbetrieben das größte Optimierungspotenzial durch KI in den Bereichen Verwaltung und IT. Dort würde sich ein Großteil der Aufgaben automatisieren lassen, wodurch mehr Zeit frei werde für die Kernaufgabe der Makler: die Beratung.

Der Fokus für Zukäufe liegt bei der Kölner Firma deshalb auf Maklern mit Schwerpunkt im Privatkundenbereich. Diese hätten eine Vielzahl von wiederkehrenden Geschäftsprozessen, was großes Potenzial für eine Optimierung durch KI bedeute. „Größentechnisch sind Betriebe ab 10 Mitarbeitern interessant“, teilte die Moin Group auf procontra-Nachfrage mit. Wichtig sei, dass es sich um skalierbare Geschäftsmodelle handle. Dies sei grundsätzlich auch außerhalb des Privatkundenbereichs möglich.

Prominente Geldgeber

Die ersten zwei Übernahmen sind Moin, laut Pressemitteilung, schon gelungen. So habe man Compari mit Sitz in Mellrichstadt sowie die Sünderwald-Gruppe mit Sitz in Chemnitz gekauft. Weitere Transaktionen seien bereits in Vorbereitung.

Das Geld für die Zukäufe kommt von Investoren. Laut Moin befinden sich der ehemalige Versicherungsvorstand und heute Professor, Torsten Oletzky sowie der ehemalige Bundesfinanzminister Christian Lindner unter den Finanziers. Laut dem Fachmagazin Versicherungsmonitor ist der größte Geldgeber hinter dem neuen Player aber das Private-Equity-Unternehmen Warburg Pincus, das bereits groß in die Maklerpools Blau Direkt und Netfonds investiert ist.

long story short:

Mit der Moin Group tritt ein neuer Konsolidierer in den deutschen Maklermarkt ein. Das von Philipp Kanschik, Moritz Delbrück und André Hoendgen gegründete Kölner Unternehmen kauft Maklerbetriebe und will deren Prozesse mithilfe von KI effizienter machen. Im Fokus stehen skalierbare Privatkundenmakler ab etwa zehn Mitarbeitern. Erste Übernahmen sind Compari und die Sünderwald-Gruppe. Zu den Geldgebern zählen laut Moin Torsten Oletzky und Christian Lindner; größter Investor soll Warburg Pincus sein.