Allianz-Kunden-Befragung

AVD kommt: Nicht nur Verbände, auch Riester-Kunden fordern Beratung

75 Prozent der Riester-Kunden fordern Beratung zur Reform. Das zeigt eine aktuelle Studie von Allianz-Versicherung unter 1.500 Verbraucherinnen und Verbrauchern. Warum unter anderem der BVK einen Beratungsverzicht beim Wechsel ins Altersvorsorgedepot strikt ablehnt.

Beratung gefordert

| Quelle: Scandistock

Laut einer repräsentativen Befragung der Allianz-Versicherung unter 1.500 Verbraucherinnen und Verbrauchern möchten 75 Prozent der Riester-Sparer beraten werden, wie es mit ihrer geförderten Altersvorsorge weitergeht. Selbst bei einem möglichen Wechsel von einem bestehenden Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot bevorzugen 58 Prozent eine persönliche Beratung.

Für den Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) bestätigt die Studie die zentrale Bedeutung der Beratung in der privaten Altersvorsorge. Gerade die mit der Reform der geförderten Altersvorsorge verbundene Möglichkeit, bestehende Riester-Verträge in ein Standard-Altersvorsorgedepot zu übertragen, macht individuelle Beratung unverzichtbar.

Entscheidung zu weitreichend

„Die Ergebnisse der Allianz-Studie widerlegen signifikant die Vorstellung, Verbraucher könnten oder wollten derart weitreichende Entscheidungen ohne professionelle Unterstützung treffen“, erklärt BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Wer die Übertragung von Riesterverträgen in ein Standard-Altersvorsorgedepot ohne Beratung ermöglichen will, riskiert Fehlentscheidungen mit langfristigen Auswirkungen auf die Altersversorgung der Menschen. Die Altersvorsorge ist kein Online-Schnellkauf, sondern eine existenzielle Lebensentscheidung.“

Der BVK spricht sich deshalb in einer Mitteilung erneut ausdrücklich gegen Überlegungen aus, bei der Übertragung bestehender Riester-Verträge in ein Standard-Altersvorsorgedepot einen Beratungsverzicht zuzulassen. Der Verband sieht hierin erhebliche Risiken für Verbraucher.

Gut für Vermittler: Viel Wissen gefragt

Die Entscheidung für oder gegen eine Übertragung betreffe nicht nur die individuellen Fördermöglichkeiten, sondern auch Fragen des Anlagehorizonts, der Risikotragfähigkeit, bestehender Garantien sowie der individuellen Einkommens- und Familiensituation. Eine sachgerechte Bewertung dieser Faktoren setzt eine qualifizierte Beratung voraus. Die Allianz-Studie unterstreiche, dass Verbraucher genau diese Unterstützung erwarten und nachfragen.

„Wer bei der Altersvorsorge auf Beratung verzichtet, gefährdet den Verbraucherschutz“, betont Heinz. „Vorsorgende haben ein Recht darauf, die Konsequenzen einer Übertragung ihres Riestervertrages vollständig zu verstehen. Deshalb muss die Beratung auch im neuen Fördersystem uneingeschränkt gelten.“

Daher fordert der BVK den Gesetzgeber auf, bei der weiteren Ausgestaltung des Standard-Altersvorsorgedepots die persönliche Beratung als wesentlichen Bestandteil des Verbraucherschutzes zu verankern. Die private Altersvorsorge könne nur dann erfolgreich sein, wenn sie nicht allein auf neue Produkte und digitale Prozesse setzt, sondern den Vorsorgenden den Zugang zu qualifizierter, unabhängiger und individueller Beratung sichert.

Long Story short:

  • Großer Beratungsbedarf: Laut einer Allianz-Umfrage fordern 75 Prozent der Riester-Kunden Beratung zur Zukunft ihrer Verträge; 58 Prozent wollen sich auch bei einem Wechsel ins neue Altersvorsorgedepot persönlich beraten lassen.

  • BVK gegen Beratungsverzicht: Der Vermittlerverband sieht die Relevanz der persönlichen Beratung bestätigt und lehnt Überlegungen strikt ab, Vertragsübertragungen ohne Beratung zu ermöglichen.

  • Komplexe Entscheidung: Ein Wechsel betrifft Garantien, Förderungen sowie die individuelle Risikotragfähigkeit – für den BVK ist die Altersvorsorge kein schneller Online-Kauf.