LV-Check 2026

Lebensversicherer zwischen Kraft und Klemme

Der neue procontra LV-Check 2026 ist verfügbar. Die Studie zählt zu den umfassendsten Bilanzanalysen am deutschen Lebensversicherungsmarkt und analysiert mehr als 50 Kennzahlen aus den Geschäftsberichten von 58 Lebensversicherern.

Der neue procontra LV-Check 2026 ist verfügbar

| Quelle: procontra

  • Lebensversicherer finanziell robust aufgestellt

  • Neugeschäft legt zu – vor allem durch Einmalbeiträge

  • Stille Lasten, Storno und Kosten bleiben zentrale Belastungsfaktoren

Der neue procontra LV-Check 2026 zeigt eine Lebensversicherungsbranche in robusten Zustand. Viele Anbieter stehen finanziell stabil da, profitieren von der weiter hohen Bedeutung der Zinszusatzreserve und konnten 2025 ihr Neugeschäft ausbauen. Gleichzeitig belasten stille Lasten, steigende Stornoquoten und Kostendruck die Branche weiterhin.

Neugeschäft legt zu – vor allem durch Einmalbeiträge

Das Neugeschäft der analysierten Lebensversicherer entwickelte sich 2025 positiv. Der Neuzugang nach APE stieg auf rund 9,5 Milliarden Euro. Der Neuzugang gegen laufenden Beitrag erhöhte sich hingegen nur leicht auf 6,4 Milliarden Euro.

Besonders dynamisch entwickelten sich die Einmalbeiträge. Sie legten um 18,7 Prozent auf rund 31 Milliarden Euro zu. Ihr Anteil am APE stieg damit auf 32,7 Prozent. Diese Entwicklung stärkt kurzfristig das Beitragsvolumen, muss aber je nach Anbieter genauer eingeordnet werden: Entscheidend ist, ob das Wachstum breit getragen wird oder stark von einzelnen Produktsegmenten und größeren Einmalanlagen abhängt. Fondsgebundene Versicherungen bleiben im laufenden Neugeschäft der wichtigste Wachstumstreiber. Ihr Anteil am Neuzugang gegen laufenden Beitrag stieg auf 46,3 Prozent. Damit setzt sich der Trend zu kapitalmarktnäheren Vorsorgelösungen fort.

Finanzkraft bleibt hoch – stille Lasten steigen weiter

Die Lebensversicherer verfügen weiterhin über eine solide finanzielle Basis. Dazu trägt auch die Zinszusatzreserve bei. 2025 konnten die analysierten Anbieter rund 3 Milliarden Euro aus der ZZR auflösen. Diese Mittel stützen Kapitalanlageergebnis, Rohüberschuss und Überschussbeteiligung. Insgesamt liegt der ZZR-Bestand weiterhin bei rund 75 Milliarden Euro.

Gleichzeitig verschärfte sich die Situation bei den Bewertungsreserven. Die stillen Lasten summierten sich Ende 2025 auf rund 87,1 Milliarden Euro. Die Reservequote verschlechterte sich von –7,0 Prozent auf –9,6 Prozent.

Stille Lasten sind nicht automatisch ein akutes Risiko, da sie sich bei festverzinslichen Wertpapieren bis zur Endfälligkeit wieder abbauen. Sie schränken jedoch die Beweglichkeit der Anbieter ein. Besonders relevant werden sie, wenn gleichzeitig Liquiditätsbedarf entsteht – etwa durch hohe Stornoquoten oder fehlendes Neugeschäft. 

Storno und Kosten bleiben wichtige Prüfgrößen

Auf der Bestandsseite zeigt der LV-Check 2026 eine weiter steigende Stornoquote. Die Stornoquote nach laufendem Beitrag erhöhte sich 2025 auf 5,56 Prozent. Damit bleibt sie ein wichtiger Indikator für die Stabilität der Bestände.

Auch die Kosten verdienen einen genaueren Blick. Die Verwaltungskostenquote sank marktweit auf 2,04 Prozent. Diese Kennzahl wird jedoch durch die Höhe der gebuchten Bruttobeiträge beeinflusst. Steigende Einmalbeiträge können die Quote verbessern, ohne dass sich die strukturelle Kostensituation in gleichem Maß verändert. Für die Beurteilung der Anbieter sind deshalb neben der Quote auch Bestandsentwicklung, Skaleneffekte und langfristige Kostentrends relevant.

Über den procontra LV-Check

Der procontra LV-Check 2026 zählt zu den umfassendsten Bilanzanalysen am deutschen Lebensversicherungsmarkt. Die Studie analysiert mehr als 50 Kennzahlen aus den Geschäftsberichten von 58 Lebensversicherern. Die Anbieter repräsentieren zusammen mehr als 95 Prozent des deutschen Lebensversicherungsmarktes.

Der LV-Check liefert Maklern, Vermittlern, Analysten und Fachmedien eine objektive Grundlage, um die wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität der Anbieter besser einordnen zu können. Die Analyse umfasst die vier Bereiche Neugeschäft, Erträge & Kosten, Finanzstärke und Bestände.