Nur jeder dritte Deutsche (33 Prozent) weiß, dass die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bei Reisen innerhalb Europas nicht für sämtliche medizinische Kosten inklusive Rücktransporte aufkommt. Das geht aus einer repräsentativen Online-Umfrage von Yougov im Auftrag der Hanse Merkur unter 2.018 Personen ab 18 Jahren hervor.
Zwar werden über die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) bei Reisen innerhalb der EU medizinisch notwenige Leistungen übernommen. Die Übernahmen richten sich aber nach den im jeweiligen Land üblichen Systemen. Für Krankenrücktransporte übernimmt die GKV zudem gar keine Kosten sowie im EU-Ausland insgesamt gar keine Kosten. Eine vollständige Erstattung medizinisch notwendiger und oft auch medizinisch sinnvoller Kosten gibt es nur über eine private Auslandsreisekrankenversicherung (AKV).
Hohe Arztkosten im Ausland
Der Umfarge nach ist das Unwissen der Deutschen gepaart mit Sorglosigkeit ob der Kosten, die ihnen bei Unfall und Krankheit im Ausland entstehen können. 43 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass ihnen im Urlaub „schon nichts passieren wird“. Bei den 18- bis 24-Jährigen ist diese Ansicht sogar noch weiter verbreitet (59 Prozent).
Dabei drohen laut der Hanse Merkur deutlich höhere Kosten als oft angenommen: Die Behandlung einer Atemwegserkrankung, beispielsweise in Ägypten, werde im Schnitt auf 200 Euro geschätzt, während die durchschnittlichen Kosten mehr als das Siebenfache der angenommenen Summe betragen könnten. Auch bei den Kosten für einen medizinischen Rücktransport per Ambulanzflug von Spanien nach Deutschland gingen viele von deutlich geringeren Beträgen aus: Vier von zehn Befragten (42 Prozent) schätzten die Kosten auf unter 5.000 Euro. Tatsächlich lägen diese im Schnitt fast fünfmal so hoch.
long story short:
Viele Deutsche unterschätzen den Krankenversicherungsschutz im EU-Ausland: Nur 33 Prozent wissen, dass die GKV nicht alle medizinischen Kosten und keine Rücktransporte übernimmt. Laut Hanse Merkur vertrauen 43 Prozent darauf, dass im Urlaub nichts passiert. Dabei können Behandlungen und Ambulanzflüge deutlich teurer werden als angenommen.

