Lebenserwartung

PKV-Kalkulation: BaFin legt neue Sterbetafel 2027 vor

Die Sterbewahrscheinlichkeiten in der PKV ändern sich im Vergleich zum Vorjahr kaum. Das zeigt die neue Sterbetafel 2027, die die BaFin jetzt vorgelegt hat. Was das für die Beitragsentwicklung bedeutet, lesen Sie hier.

Blick auf Menschenmenge in Fußgängerzone.

Die Sterbetafel zeigt, wie sich die Lebenserwartung innerhalb der Bevölkerung entwickelt. | Quelle: AlxeyPnferov

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat die neue PKV-Sterbetafel 2027 veröffentlicht. Die Sterbewahrscheinlichkeiten unterscheiden sich danach nur marginal von den bisher gültigen Werten der Sterbetafel 2026. Grundlage der neuen Tabelle sind Auswertungen des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband).

Anwendung ab Januar 2027 erwartet

Die BaFin erwartet, dass private Krankenversicherer die neue Sterbetafel ab dem 1. Januar 2027 berücksichtigen. Das gilt insbesondere, wenn Unternehmen neue Tarife einführen oder Prämien anpassen.

Ausnahmen sind möglich, wenn Besonderheiten in einzelnen Beständen oder Teilbeständen vorsichtigere Annahmen erforderlich machen. In diesem Fall müssen die Versicherer ihre Entscheidung nachvollziehbar in den technischen Berechnungsgrundlagen dokumentieren.

Warum die Sterbetafel wichtig ist

Sterbetafeln gehören zu den zentralen Grundlagen der privaten Krankenversicherung. Sie zeigen, mit welcher Wahrscheinlichkeit Versicherte eines bestimmten Alters innerhalb des nächsten Jahres sterben und schaffen damit eine Möglichkeit, Risiken genauer zu bewerten und sicherzustellen, dass ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, um zukünftige Leistungen auszuzahlen.

Die Sterbetafel verwendet dafür die aktuarielle Bezeichnung qx für Männer und qy für Frauen. Demnach entspricht qx bzw. qy der Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann bzw. eine Frau im nächsten Lebensjahr stirbt. Beispiel: Aus der Gruppe der heute 30-jährigen Männer werden von einer Million Männern 266 das 31. Lebensjahr nicht erreichen (qx = 0,000266); aus der Gruppe der 30-jährigen Frauen werden von einer Million Frauen 156 das 31. Lebensjahr nicht erreichen (qy = 0,000156).

Keine automatische Beitragsanpassung

Für Versicherte bedeutet die Veröffentlichung der neuen Sterbetafel nicht automatisch, dass Beiträge steigen – zumal sich die Werte für 2027 nur geringfügig von denen für 2026 unterscheiden.

Wichtige Faktoren für Beitragsanpassungen (BAP) können auch steigende Leistungsausgaben oder zinkende Zinsen für Altersrückstellungen sein. Dabei gilt: Eine Beitragsanpassung darf immer nur dann erfolgen, wenn die Versicherungsleistungen in einem Tarif nachweislich um einen bestimmten Prozentsatz höher liegen als ursprünglich kalkuliert. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Abweichung von 10 Prozent. Kontrolliert wird das Ganze durch einen unabhängigen Treuhänder.

PKV-Tafel blickt auch in die Zukunft

Anders als die Bevölkerungssterbetafel des Statistischen Bundesamtes basiert die PKV-Sterbetafel nicht nur auf beobachteten Vergangenheitswerten. Der PKV-Verband projiziert die Entwicklung zusätzlich in die Zukunft.

Die Sterblichkeit wird dabei laufend beobachtet. Ergeben sich Abweichungen zwischen tatsächlicher Entwicklung und bestehender Sterbetafel, wird eine neue Tabelle erstellt.

Long Story short

  • Die BaFin hat die PKV-Sterbetafel 2027 veröffentlicht; die Sterbewahrscheinlichkeiten unterscheiden sich nur geringfügig von den Werten für 2026.

  • Private Krankenversicherer sollen die neue Sterbetafel ab dem 1. Januar 2027 bei neuen Tarifen und Prämienanpassungen berücksichtigen.

  • Für Versicherte bedeutet die neue Sterbetafel keine automatische Beitragsanpassung; dafür sind vor allem Faktoren wie Leistungsausgaben und Rechnungszins relevant.