Die einen lassen sich von ChatGPT und Co. farbenfrohe Geburtstagskarten erstellen, die anderen Werbeflyer für ihr Geschäft und wieder andere fälschen damit ärztliche Atteste, Krankenhausberichte und Röntgenaufnahmen. Winkt der private Krankenversicherer letztere Dokumente, eingereicht über seine Kunden-App, durch, bekommt man schnell Geld auf sein Konto. So geschehen im Fall einer 26-jährigen Frau Landkreis Freyung-Grafenau, über deren Gerichtsverfahren die Passauer Neue Presse (PNP) berichtet.
Demnach hatte die Frau innerhalb weniger Monate mehrere voneinander unabhängige Leistungsfälle eingereicht. Unter anderem wollte sie auf dem Weg zur Toilette gestürzt, von der Treppe ihrer Eltern gefallen oder sich beim Wandern mehrere Brüche zugezogen haben. So sei es zu mehreren Operationen und Aufenthalten im Krankenhaus Freyung gekommen. Neben manchen Akutleistungen sei vor allem Krankenhaustagegeld geflossen – insgesamt rund 8.500 Euro.
Nach dem fünften Fall in kurzer Zeit sei der Versicherer auf die Frau aufmerksam geworden. Durch polizeiliche Ermittlungen ergab sich letztendlich, dass die eingereichten Unterlagen gefälscht waren. Vor Gericht räumte die Frau dies ein. Sie habe aus Geldnot gehandelt, berichtet die prozessbegleitende PNP. Demnach habe sie ebenso zugegeben, die Unterlagen an ihrem Laptop erstellt zu haben. Online habe sie entsprechende Formularvorlagen gefunden, dazu Röntgenbilder und andere benötigte Dateien. Von der künstlichen Intelligenz habe sie diese dann inklusive ihrer eigenen Daten zusammenbasteln lassen. Selbst Unterschriften von Ärzten habe sie online gefunden und von der KI auf ihre Dokumente setzen lassen.
Die Kombination aus weißer Weste, Geständnis und Reue brachte ihr letztendlich ein Jahr und vier Monate Bewährungsstrafe sowie 1.300 Euro Zahlung an einen Kindergarten in ihrer Gegend ein. Laut ihrem Anwalt habe sie schon rund 2.000 Euro der 8.500 Euro zurückgezahlt und werde den Rest auch noch zurückzahlen, da sie nun einen neuen Job habe.
Long Story short
Eine 26-Jährige aus dem Landkreis Freyung-Grafenau fälschte mithilfe von KI ärztliche Atteste, Krankenhausberichte und Röntgenbilder, um von ihrem privaten Krankenversicherer rund 8.500 Euro zu erhalten. Nach mehreren auffälligen Leistungsfällen flog der Betrug auf. Die Frau gestand und wurde zu 16 Monaten Bewährung sowie 1.300 Euro Zahlung an einen Kindergarten verurteilt.

