Steigende Gesundheitskosten

PKV-Beitragsstabilität nimmt 2026 weiter ab

Immer mehr privat Krankenversicherte müssen sich auf dauerhaft steigende Beiträge einstellen – zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Morgen & Morgen. Etwa jeder achte PKV-Tarif ist aber sehr beitragsstabil.

PKV-Beitragsstabilität nimmt 2026 weiter ab

Die Stabilität der PKV-Beiträge am Markt gerät seit Jahren mehr und mehr ins Wanken. | Quelle: agrobacter

Erst kürzlich hatte eine procontra-Umfrage unter mehreren privaten Krankenversicherern ergeben, dass diese aufgrund des anhaltenden Kostendrucks mit dauerhaft steigenden PKV-Beiträgen rechnen. Nun untermauert das Beratungsunternehmen Morgen & Morgen mit seinem M&M Rating PKV-Beitragsstabilität diese Entwicklung und zeigt anhand seiner Analyse auf, dass die Beitragsstabilität im Markt generell abnimmt.

Für das Rating wurden 1.130 Tarifkombinationen (Vorjahr: 1.118) aus der Vollversicherung von allen aktiven Anbietern untersucht. Bei deren Vergleich ging es weder um Leistungen noch um die konkrete Beitragshöhe, sondern um die Entwicklung der Beiträge. In die Bewertung flossen deshalb ein:

  • Neugeschäftsbeiträge und Beitragsanpassungen im 5-Jahres-Zeitraum

  • Tarifkombinationen verschiedener Berufsgruppen

  • Eintrittsalter von 21 bis einschließlich 50 Jahren

  • sogenannte Effektivbeiträge, also Monatsbeiträge hochgerechnet auf das Jahr zuzüglich eines möglichen Selbstbehalts

  • Mittelwert und Standardabweichung der relativen Beitragssteigerungen

Tiere Einblicke in die Rating-Methodik gibt es hier.

Weniger stabile Tarife, mehr instabile

Zum einen stellte Morgen & Morgen fest, dass die durchschnittliche Beitragsanpassung (BAP) im Markt im Jahr 2026 das dritte Jahr in Folge gestiegen ist. Nach verhältnismäßig niedrigen 2,04 Prozent in 2023 war sie zuletzt immer weiter gestiegen (2024: 2,79 Prozent; 2025: 3,54 Prozent) und kommt der Analyse zufolge nun auf 4,88 Prozent im laufenden Jahr. Diese Zahlen beziehen sich auf alle Vollversicherten. Laut dem PKV-Verband beträgt die BAP in 2026 sogar 13 Prozent, allerdings nur mit Blick auf die rund 60 Prozent Vollversicherten, die tatsächlich von einer BAP betroffen sind.

Im aktuellen M&M-Rating haben 154 Tarife die Bestnote von 5 Sternen erhalten. Das bedeutet, sie sind besonders beitragsstabil. Allerdings nimmt die Größe dieser Gruppe seit Jahren ab – parallel zu den steigenden BAP. Auch die Anzahl der Tarife mit 4 und 3 Sternen ging zurück, dafür stieg die Anzahl der Tarife mit 2 und 1 Sternen.  

„Die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Beitragsentwicklung werden sich in den kommenden Jahren nicht grundlegend verändern. Medizinischer Fortschritt, steigende Behandlungskosten und die demografische Entwicklung werden die Leistungsausgaben weiterhin erhöhen. Hinzu kommt mit der geplanten Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ein weiterer Faktor, der die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen beeinflussen könnte“, fasst Iris Portugall, Spezialistin für Ratings und Aktuarin bei Morgen & Morgen zusammen.

Viele Anbieter mit Top-Tarifen

Mindestens einen PKV-Tarif mit 5 Sternen können die folgenden privaten Krankenversicherer aufweisen:

  • Alte Oldenburger

  • ARAG

  • Concordia

  • DKV

  • Generali

  • Hallesche

  • Hanse Merkur

  • Huk-Coburg

  • Inter

  • LKH

  • Ottonova

  • R+V

  • SDK

  • Signal Iduna

  • Universa

  • Vrk

  • Württembergische

Eine vollständige Ergebnisliste aller bewerteten Tarife gibt es hier.

long story short:

Morgen & Morgen sieht die Beitragsstabilität in der PKV weiter sinken. Die durchschnittliche Beitragsanpassung stieg 2026 auf 4,88 Prozent – das dritte Jahr in Folge. Im Rating erhielten nur noch 154 Tarife die Bestnote von 5 Sternen, ihre Zahl nimmt ab. Kostentreiber bleiben medizinischer Fortschritt, Demografie und steigende Behandlungskosten.