Wie funktioniert die Beteiligung an einem Index grundsätzlich?

Indexpolicen von Oliver Lepold

Indexpolicen sind klassische Rentenversicherungen mit der Beteiligung an einem Index wie zum Beispiel dem Dax oder dem EuroStoxx. Während die Beiträge des Versicherungsnehmers und stets in den sicheren Deckungsstock des Versicherers fließen, werden die Überschüsse am Kapitalmarkt in den entsprechenden Index angelegt.

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Indexpolicen bieten eine Bruttobeitragsgarantie und eine garantierte Mindestrente. Das Guthaben kann in dieser Produktkonzeption nicht fallen. Zudem kann der Kunde einmal jährlich entscheiden, ob er tatsächlich die Indexbeteiligung wählt oder doch die sichere Verzinsung.

Wie funktioniert die Beteiligung an einem Kapitalmarktindex ohne das Risiko eines Kapitalverlustes? Einserseits beteiligen die Versicherer die Versicherungsnehmer nicht zu 100 Prozent an der Wertentwicklung des Index. Entweder ist eine Obergrenze (Cap) in Kraft oder es gibt eine Beteiligungsquote, die der Versicherer jährlich individuell festlegt. Die darüberhinausgehende Wertentwicklung streicht der Versicherer ein und finanziert dadurch Phasen, in denen der Index fällt und dennoch kein Verlust weitergegeben werden darf.

Auf die Höhe der tatsächlichen Indexbeteiligung haben zudem verschiedene Faktoren Einfluss: Wie hoch ist der Kapitalmarktzins? Wie hoch fällt die Überschussbeteiligung aus? Wie sehr schwankt der Index? Und: Handelt es sich um einen Performance- oder Kursindex?

Die Anbieter konzipieren die Indexpolicen mit Hilfe von sogenannten Optionen. Eine Option stellt ein Anrecht dar, eine bestimmte Menge an Aktien (oder einem Index) zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Also etwa für eine Indexpolice einmal im Jahr eine bestimmte Summe (in Höhe der Überschussbeteiligung) in den Index anlegen zu können. Der Versicherer kauft also im Vorfeld des Investitionszeitpunktes zunächst Optionen für seine Versicherungsnehmer. Der Vorteil: der Preis für eine Option ist stets geringer als der Preis des Basiswerts. Optionen können zudem auch wieder verkauft werden, falls sie nicht umgesetzt werden.

Der Optionspreis verändert sich zudem überproportional zum Preis des Basiswertes. Dadurch lässt sich ein Hebel für die Investition erzielen. Der Preis einer Option ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Hier spielen zum Beispiel das Zinsniveau, die Dividendenzahlungen der im Index vertretenen Titel, die implizite Volatilität des Index (ein Maß für die aktuell am Markt erwartete Schwankungsbreite des Basiswertes über die Restlaufzeit der Option) und die tatsächliche Preisentwicklung des Index eine Rolle. Optionen helfen dem Versicherer zu kalkulieren, vorausschauend zu planen und sich abzusichern.

Letztlich wird die Überschussbeteiligung einer Indexpolice vom Versicherer gegen eine Option getauscht. Diese ausgegebene Option wird zum Beispiel von einer Bank gekauft. Je nach Entwicklung der Performance des Index erzielt die Versicherung einen Gewinn und bezahlt daraus die Gutschrift für den Versicherungsnehmer der Indexpolice.