Indexprodukte in der betrieblichen Altersvorsorge

Indexpolicen von Oliver Lepold

In der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist Sicherheit ein wesentlicher Faktor. Kapitalanlagen werden im Hinblick auf eine lange Laufzeit abgeschlossen und dürfen kein Risiko aufweisen. Indexpolicen sind aufgrund ihrer Konzeption für die bAV prädestiniert, weil sie einen Kapitalverlust generell ausschließen, Wert auf moderne und kostengünstige Sicherungsmechanismen für die erreichten Erträge legen und zusätzlich eine attraktive Renditechance enthalten.

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Die bAV wird über fünf mögliche Durchführungswege organisiert: Direktversicherung, Pensionskasse, rückgedeckte Pensionszusage, rückgedeckte Unterstützungskasse und Pensionsfonds. Welcher Weg den Arbeitnehmern konkret offensteht, hängt von ihrem Arbeitgeber und dessen Vereinbarungen mit einem bAV-Produktgeber ab. Nicht alle Indexpolicen können in jedem Durchführungsweg abgeschlossen werden. Von praktischer Bedeutung sind in erster Linie die Direktversicherung sowie die Unterstützungskasse und die Pensionszusage.

Innerhalb der Durchführungswege bieten die Versicherer häufig verschiedene Produktvarianten für die Indexpolicen an. Zum Beispiel eine rückgedeckte Rente gegen laufenden Beitrag oder gegen Einmalbeitrag. In der Direktversicherung werden Tarife für eine beitragsorientierte Leistungszusage (BOLZ) und Tarife für die Beitragszusage mit Mindestleistung (BZML) unterschieden. Hier muss der versierte Berater stets Wünsche und Bedürfnisse der Arbeitgeber abwägen und individuell geeignete Vorschläge unterbreiten. Denn der Kunde des Beraters ist hier in erster Linie das Unternehmen, nicht der Arbeitnehmer.

Dabei ist auf einige Besonderheiten zu achten. So kann beispielsweise ein Ungleichgewicht zwischen Aktivwert und Pensionsrückstellungen entstehen. Bei einer rückgedeckten Pensionszusage kann dieser Fall eintreten, wenn eine garantierte Mindestrente vereinbart ist und eine Rentenzusage statt einer beitragsorientierten Leistungszusage erteilt wird. Die garantierte Mindestrente bleibt nämlich auch während der Aufschubdauer bei einer Erhöhung des Vertragsguthabens gleich. Daher ist hier eine Kapitalzusage gegebenenfalls mit Einschluss einer Rentenoption die bessere Option.

Indexpolicen legen die Überschüsse der klassischen Rentenversicherung in einem Index an. Viele Policen bieten den Versicherten Wahlrechte, der Wechsel zu einem anderen Index ist mitunter möglich oder der Wechsel in die sichere Verzinsung kann einmal jährlich durchgeführt werden. Bei einer Verwendung in der bAV schließt das Unternehmen, nicht der Arbeitnehmer die Police ab. Daher liegen die damit verbundenen Wahlrechte auch beim Arbeitgeber.

Es ist daher zweckmäßig, dass das Wahlrecht der Überschussverwendung auch auf den Arbeitnehmer übertragen werden kann. Dazu ist eine Vollmacht notwendig, die im Allgemeinen bis zu einem Versicherungsnehmer-Wechsel nach Ausscheiden aus dem Unternehmen oder bis auf Widerruf gilt. Bei erfolgter Übertragung erhält auch der Arbeitnehmer die jährlichen Informationsschreiben des Versicherers.

Ferner können manche zusätzlich wählbaren Produktmerkmale bei einem Einsatz in der bAV nicht gewählt werden oder kommen nicht zum Tragen. Ein Blick in die Bedingungen ist daher unerlässlich vor Abschluss einer bAV. Für bAV-Verträge mit einer Aufschubdauer von weniger als 12 Jahren gelten zudem andere steuerliche Bedingungen, daher müssen die Tarife sinnvollerweise so angepasst sein, dass bei jeder Laufzeit mindestens die eingezahlten Beiträge als garantierte Kapitalabfindung zur Verfügung stehen.