Wie risikoreich sind Indexpolicen?

Indexpolicen von Oliver Lepold

Indexpolicen sind klassische Rentenversicherungen mit Indexbeteiligung und zählen zu den Produkten mit sehr geringem Risiko. Ein Totalverlust ist ausgeschlossen, eine Beitragsgarantie sichert die eingezahlten Beiträge ab. Je nach Konzeption des Produktes und Wahl des Indizes besteht das Risiko lediglich bei fallenden Märkten im Verlust der Überschüsse, die am Kapitalmarkt angelegt werden.

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Versicherungs- und Finanzprodukte werden anhand des Verlustrisikos und der Volatilität (Schwankungsbreite der Anlage) in fünf Risikoklassen eingeteilt. Risiko und Rendite sind miteinander korreliert, das heißt je risikoreicher ein Produkt, über desto mehr Renditechancen verfügt in der Regel ein Produkt. Eine klassische Kapitallebensversicherung wird in der fünfstufigen Risikoskala der Assekuranz bei 1 (absolut sicher) eingestuft. Eine fondsgebundene Rentenversicherung ohne jede Kapitalgarantie liegt bei 5 (hohes Risiko).

Die richtige Zielgruppe

Das bedeutet, die passende Zielgruppe für Indexpolicen sind Kunden, die keinen Kapitalverlust erleiden möchten, Wert auf Sicherungsmechanismen für die erreichten Erträge legen und die Renditechancen am Kapitalmarkt begrenzt nutzen möchten, ohne ihr Risiko entsprechend zu erhöhen. Nicht geeignet ist die Indexpolice für Kunden, die unbeschränkt an den Kapitalmärkten partizipieren und die Kapitalanlage individuell gestalten wollen. Diese Kunden sind bereit höhere Risikoklassen auch für die Altersvorsorge zu wählen.

Die Stuttgarter hat zahlreiche Marktszenarien berechnet und ausgewertet. Demnach verteilen sich die Beitragsrenditen eines Indexproduktes, in das 30 Jahre lang eingezahlt wird zwischen 0 und 11 Prozent im Form einer Gauss-Kurve. Das bedeutet, am wahrscheinlichsten sind die mittleren Werte. Die höchste Wahrscheinlichkeit liegt bei 5 Prozent. Mathematisch ergibt sich anhand der Daten, dass in knapp 59 Prozent der Fälle eine Rendite zwischen 3 und 5 Prozent erzielt wird, in rund 36 Prozent der Fälle liegt die erzielte Rendite über 5 Prozent. Durch die Konzeption der Indexpolicen, die einerseits eine Beitragsgarantie vorsehen, andererseits negative Indexentwicklungen nicht anrechnen, kann die Rendite nicht negativ werden. In nur 5 Prozent der Fälle liegt sie unter 3 Prozent.

Diese statistischen Daten unterstreichen die Einstufung der Indexpolicen in die Risikoklasse 2. Damit sind Indexpolicen ideal zur Altersvorsorge geeignet, sowohl als Basisrente als auch als zusätzliche private Vorsorge. Das Angebot von Indexpolicen auf dem Markt ist in den letzten Jahren deutlich vielfältiger geworden, die Anbieter optimieren die Produktkonzeptionen zudem laufend. Mittlerweile finden Indexpolicen auch immer mehr Anwendung in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV).