Zoff um Indexpolicen

Indexpolicen Berater von Stefan Terliesner

Bund der Versicherten warnt vor Intransparenz und dem Verlust der Überschussbeteiligung. Die Anbieter kontern: Niedrige Garantien und höhere Risiken sind ein gewolltes Produktemerkmal.

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Sogenannte Indexpolicen der Lebensversicherungsunternehmen sind Schwerpunkt einer aktuellen Untersuchung von Öko-Test. Nach Sichtung der Studienergebnisse fühlt sich der Bund der Versicherten (BdV) in seiner kritischen Haltung bestätigt. „Indexpolicen sind hochgradig intransparent, bergen hohe Risiken auf Verlust der Überschussbeteiligung und sind ungeeignet für eine verlässliche Altersvorsorge“, lässt sich Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, in einer Pressemitteilung zitieren.

Untersuchung von Öko-Test

Das Verbrauchermagazin Öko-Test habe offengelegt, wie die Versicherungsunternehmen bei den neuartigen Tarifen keine Anlage in Fonds oder Indizes vornehmen, obgleich dies den Verbrauchern suggeriert werde. Stattdessen investiere der Sparer indirekt in hochgradig komplexe und teilweise ungesicherte Finanzkonstruktionen. „Die Versicherungsunternehmen verlagern zunehmend Risiken auf den Kunden“, betont Kleinlein.

Obgleich das Risiko steige, würden die Unternehmen auch noch die Garantieleistungen mindern. Gerade bei den neuartigen Angeboten seien zudem die Verrentungskonditionen oft schlechter als bei vergleichbaren klassischen Angeboten. „Diese neuartigen Tarife verbinden gleich mehrere Nachteile: Niedrigere Garantien, höhere Überschussrisiken und massive Intransparenz“, sagt Kleinlein. „Wir warnen vor dem Abschluss solcher Index-Verträge, da sie zum Sparen oder für die Altersvorsorge ungeeignet sind.“

Chance und Risiko gehören zusammen

Die negative Kritik des BdV an den Indexpolicen kontert ein Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Anfrage wie folgt: „Der BdV kritisiert bei den neuen Produkten die Kombination aus niedrigeren Garantien und höheren Überschussrisiken. Diese ist aber gerade ein gewolltes Produktmerkmal und wird im Vertrieb deshalb auch entsprechend transparent gemacht: Kunden haben eher Chancen auf eine Rendite über dem garantierten Zins, wenn zumindest ein Teil ihrer Beiträge in riskantere und damit renditeträchtigere Kapitalanlagen fließt. Damit muss aber auch die garantierte Leistung niedriger ausfallen.“

Die Rentenversicherung, so der GDV-Sprecher weiter, sei heute insgesamt vielfältiger geworden: Neben der klassischen Privatrente mit lebenslanger Zinsgarantie gebe es mittlerweile zahlreiche neue Angebote mit variablen Garantien. Die neuen Produkte hätten – bei vielen Unterschieden im Detail – einige Gemeinsamkeiten: „Sie bieten ab Rentenbeginn ein lebenslang garantiertes Einkommen und höhere Renditechancen als die klassische Rentenversicherung. Die bei Vertragsabschluss garantierte Mindestverzinsung bzw. die Mindestrente sind dagegen niedriger als bei den klassischen Produkten“, sagt der Sprecher der Versicherungswirtschaft.