Exulting hat in einem aktuellen Rating herausgearbeitet, dass sich die Bedingungen aktueller Inhaltsversicherungen teils deutlich unterscheiden. Das zeige sich besonders beim Schutz für Auslandsstandorte und Homeoffice. Ebenfalls zu erheblichen Unterschieden kommt es bei Nachhaltigkeitsklauseln und Garantien zum Leistungsniveau.
Die Bedingungsdatenbank von Exulting umfasst zur Inhaltsversicherung mittlerweile Angaben von 2007 bis 2026. Das ermöglicht laut den Analysten nicht nur den Vergleich aktueller Tarife, sondern auch die Ableitung langfristiger Trends. Der aktuelle Vergleich umfasst 336 Tarife von 38 Versicherern. Ein Drittel von ihnen erhält 5 Sterne für einen exzellenten Versicherungsschutz. Der aktuelle Vergleich bestätigt den Zusammenhang zwischen dem Alter der Bedingungen und dem Deckungsumfang und somit der Punktzahl.
Bei der Bewertung von Inhaltsversicherungen zählt laut Exulting nicht allein, ob eine Leistung grundsätzlich versichert ist. Entscheidend sind auch Entschädigungsgrenzen, Selbstbeteiligungen und Leistungseinschränkungen. Darüber hinaus fließen zusätzliche Deckungserweiterungen in die Bewertung ein.
Der aktuelle Vergleich zeigt Unterschiede unter anderem bei Nachhaltigkeitsklauseln, Leistungsgarantien und beim Schutz für Auslandsstandorte, Heimarbeitsplätze und Geschäftsfahrräder. Die fünf besten Tarife wurden in der Rangliste des Unternehmens aufgeführt. Weitere Details werden auf der Vergleichs- und Analyseplattform X:Select zur Verfügung gestellt.
Nachhaltigkeitsklauseln: verbreitet, aber kaum weiterentwickelt
In den Bedingungen jüngerer Tarife finden sich inzwischen häufig Klauseln zur Nachhaltigkeit. Sie übernehmen meist zusätzliche Kosten, etwa wenn ein Unternehmen nach einem Schaden effizientere Geräte anschafft oder Vorsorgemaßnahmen trifft.
Eine Weiterentwicklung dieser Klauseln beobachtet Exulting derzeit jedoch kaum. Neue Regelungen, die über den bereits bekannten Leistungsumfang hinausgehen, seien nicht erkennbar. Auch die bestehenden Summenbegrenzungen seien nicht deutlich gestiegen. Ob Versicherer die Leistungen ausbauen, dürfte unter anderem davon abhängen, wie stark Kunden sie nachfragen und ob sie bereit sind, dafür höhere Beiträge zu zahlen.
Leistungsgarantien können Unterschiede abfedern
Garantieklauseln sind in den vergangenen Jahren verbreiteter geworden und finden sich inzwischen häufig in den Bedingungen. Sie sollen Leistungsunterschiede ausgleichen – etwa gegenüber dem Vorversicherer, bei einem späteren Bedingungsupdate oder bei neuen Marktleistungen.
Exulting bewertet solche Garantien als vorteilhaft für Versicherungsnehmer. In älteren Bedingungswerken seien sie dagegen seltener enthalten. Makler sollten deshalb prüfen, welche Garantie konkret gilt und welche Voraussetzungen der Versicherungsvertrag dafür festlegt.
Auslandsschutz: Gebiet und Versicherungssumme prüfen
Für viele mittelständische Unternehmen gehören Auslandsstandorte inzwischen zum Geschäftsmodell – auch außerhalb der Europäischen Union. Der Versicherungsschutz älterer Tarife beschränkt sich laut Analyse häufig auf die EU, teilweise einschließlich angrenzender Staaten. Neuere Bedingungen können den geografischen Schutz auf ganz Europa oder weltweit ausdehnen.
Eine weltweite Deckung bieten dem Vergleich zufolge unter anderem AXA, BGV, Helvetia, HDI, Nürnberger, RhionDigital, VHV und Württembergische. Die dafür geltenden Versicherungssummen seien jedoch vielfach niedrig. Makler sollten daher nicht nur die Auslandsstandorte melden, sondern auch prüfen, ob die vereinbarten Summen für die dort vorhandenen Werte ausreichen.
Zusätzlich kann der Auslandsschutz subsidiär gelten. Dann greift die Inhaltsversicherung grundsätzlich erst, wenn keine vorrangige Versicherung leistet. Ob eine solche Einschränkung besteht, lässt sich laut Exulting nicht immer aus einer kurzen Übersicht der Versicherungsleistungen ablesen. Dafür ist ein Blick in die Bedingungen erforderlich.
Homeoffice-Schutz ist nicht einheitlich geregelt
Nicht alle Versicherer weisen den Schutz für Heimarbeitsplätze gesondert aus. Manche Bedingungen enthalten nicht einmal eine ausdrückliche Klarstellung. Verweisen sie lediglich auf die „abhängige Außenversicherung“, kann eine zeitliche Begrenzung gelten, die für dauerhaft eingerichtete Homeoffice-Arbeitsplätze ungeeignet ist.
Auch die Entschädigungsgrenzen unterscheiden sich. Häufig liegen sie zwischen 5.000 und 20.000 Euro je Versicherungsfall. Höhere Summen sind dem Vergleich zufolge eher die Ausnahme. Arbeiten Beschäftigte auch aus dem Ausland, sollten Makler außerdem prüfen, ob der Schutz über Deutschland hinaus gilt.
Wichtig ist darüber hinaus, welche Gegenstände die Bedingungen erfassen. Versichert sein können zum Beispiel vorübergehend im Homeoffice befindliche Sachen, Gebrauchsgegenstände von Betriebsangehörigen oder ein vom Arbeitgeber ausgestatteter Arbeitsplatz. Die genaue Definition entscheidet mit darüber, ob der konkrete Schaden gedeckt ist.
Fahrradklauseln erfassen zunehmend weitere Fahrzeuge
Klauseln zum Diebstahl von Geschäftsfahrrädern wurden nach Angaben von Exulting zunehmend erweitert. E-Bikes und Pedelecs seien inzwischen häufig eingeschlossen. Einige Tarife beziehen auch spezielle Fahrräder, Fahrradanhänger und Scooter ein – vereinzelt seien Roll- und Krankenfahrstühle erfasst.
Damit reagiert die Produktentwicklung auf veränderte Mobilitätsgewohnheiten. Für die Beratung kommt es darauf an, welche Fahrzeuge im jeweiligen Vertrag tatsächlich genannt sind und welche Voraussetzungen für den Schutz gelten. Ein pauschaler Verweis auf den Diebstahl von Geschäftsfahrrädern reicht für die Bewertung der Deckung daher nicht aus.
Die besten Tarife
Rangliste | Versicherer | Bedingungen | Stand | Punkte Inhalt | Sterne |
1 | rhion.digital | AVB VGIB 2023 Komfort | 05/2023 | 583 | 5 |
2 | Württembergische | Inhaltsversicherung VFS 2025 mit SachPlus | 09/2025 | 582 | 5 |
3 | BGV | Inhaltsversicherung | 10/2022 | 542 | 5 |
4 | Axa | Profi Schutz Inhaltsversicherung | 04/2026 | 532 | 5 |
5 | Dialog | Inhaltsversicherung 2021 | 07/2022 | 520 | 5 |
Long Story short
Neue Bedingungen führen das Ranking an: Unter den 25 bestbewerteten Tarifen stammen alle Bedingungen aus den vergangenen fünf Jahren. Die Hälfte wurde zwischen 2024 und 2026 veröffentlicht.
Große Leistungsunterschiede bleiben bestehen: Der Vergleich umfasst 336 Tarife von 38 Versicherern. Nur rund ein Drittel erreicht fünf Sterne.
Beim Auslandsschutz genau hinsehen: Moderne Tarife bieten teils weltweite Deckung. Versicherungssummen können jedoch niedrig sein; zudem gilt der Schutz teilweise nur subsidiär.
Homeoffice ist unterschiedlich abgesichert: Entschädigungsgrenzen liegen häufig zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Entscheidend sind auch der Geltungsbereich und die versicherten Gegenstände.

