Keine Krankenversicherung: Corona schürt Ängste

Florian Burghardt Corona Berater

In den USA bangen derzeit Millionen Menschen um ihre Krankenversicherung. Auch hierzulande schürt das Coronavirus unter Nicht-Versicherten Angst vor hohen Kosten. Doch die Rückkehr ist schwierig. Helfen könnte ein Systemwechsel beim Beitrag.

In den USA bangen derzeit Millionen Menschen um ihre Krankenversicherung. Doch auch hierzulande schürt das Coronavirus unter Nicht-Versicherten Angst vor hohen Kosten.

In den USA bangen derzeit Millionen Menschen um ihre Krankenversicherung. Doch auch hierzulande schürt das Coronavirus unter Nicht-Versicherten Angst vor hohen Kosten. Bild: Pixabay

Die Ausmaße der Corona-Krise werden immer gewaltiger. In den USA droht nun etwa 27 Millionen Menschen neben dem Verlust ihres Arbeitsplatzes auch der Verlust ihrer Krankenversicherung. Das geht aus einer Studie der Kaiser Family Foundation hervor. In den USA wird die Krankenversicherung häufig als freiwillige zusätzliche Leistung zum Arbeitsvertrag vom Arbeitgeber bezahlt. Deshalb trifft viele Amerikaner ein Jobverlust gleich doppelt. Denn anders als in Deutschland wird der Schutz dann nicht für die gesamte Dauer der Arbeitslosigkeit vom Staat geschultert, sondern die Menschen müssen diesen aus eigener Tasche weiterbezahlen – ansonsten entfällt er. Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus eine besonders prekäre Situation.

Doch nicht nur in den USA gibt es Menschen ohne Krankenversicherung. Hierzulande wird ihre Anzahl seit Jahren auf etwa 80.000 beziffert. Diese melden sich nun zunehmend bei der Patientenberatung der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), wie diese heute selbst vermeldet hat. Die Nicht-Versicherten treibe die Angst, im Falle einer Corona-Infektion hohe Krankenhausrechnungen bezahlen zu müssen, beispielsweise für künstliche Beatmung.

Verzicht auf Krankenversicherung spart kein Geld

„Durchs Raster gefallen“ lautete eine häufige Redewendung für diese Personengruppe. Denn eigentlich besteht seit dem Jahr 2009 hierzulande eine Krankenversicherungspflicht – entweder in der Gesetzlichen (GKV) oder der privaten Krankenversicherung (PKV). Doch dieser Versicherungsschutz wird in der Praxis nicht kontrolliert und die Beiträge nicht immer automatisch eingezogen. Da sich Selbstständige und Freiberufler aus eigener Initiative heraus krankenversichern müssen, ist der Anteil der Nicht-Versicherten bei ihnen verhältnismäßig hoch.

Doch wer sich nicht krankenversichert, häuft auch ohne zum Arzt zu gehen einen Schuldenberg an. Denn aufgrund der Versicherungspflicht müssen die Beiträge für den versicherungsfreien Zeitraum (bis zu 5 Jahre, danach Verjährung) nachgezahlt werden.

Ratenzahlung könnte helfen

„Eine Rückkehr in den Versicherungsschutz ist möglich, aber für viele Betroffene sind die Hürden einfach zu hoch. Die aufgelaufenen Beitragsschulden können sie in der Regel nicht auf einen Schlag begleichen“, sagt Dr. Jochen Sunken von der VZHH. Einen Anspruch auf Ratenzahlung gebe es aber leider nicht. Ein solches Recht wäre, laut Sunken, aber besonders hilfreich, um die Zahl der Nicht-Versicherten zu reduzieren. Denn sobald eine Ratenzahlungsvereinbarung wirksam installiert sei und die Raten zuverlässig gezahlt werden, könne der volle Versicherungsschutz wiederhergestellt werden, auch wenn die Beitragsschuld noch nicht vollständig beglichen ist.

Auf ihrer Internetseite gibt die VZHH Hinweise für die Rückkehr in die GKV und PKV. Für Privatversicherte mit Beitragsrückständen wurde der Notlagentarif eingeführt. Dieser wäre dann für „aus dem Raster gefallene“ ehemalige Privatversicherte die nächste Anlaufstelle. Und natürlich können auch Versicherungsvermittler bei Fragen zur Krankenversicherung helfen.

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