Corona-Hilfe: Bayerische erhöht Provisionen

Martin Thaler Corona Berater Top News

Um Vermittlern und Kunden in Zeiten der Corona-Krise entgegenzukommen, passen immer mehr Versicherer ihre Stornoregelungen an. Nun präsentierten mit der Bayerischen und der LV 1871 zwei weitere Versicherer ihre Lösungen für Kunden und Vertriebspartner.

Zahlreiche Versicherer passen derzeit ihre Stornoregelungen an und versuchen, Vermittlern und Kunden entgegenzukommen. Hierzu gehört auch die Bayerische (Bild: Vorstandsmitglied Martin Gräfer).

Zahlreiche Versicherer passen derzeit ihre Stornoregelungen an und versuchen, Vermittlern und Kunden entgegenzukommen. Hierzu gehört auch die Bayerische (Bild: Vorstandsmitglied Martin Gräfer). Bild: die Bayerische

Um Vermittler und Kunden finanziell zu entlasten, präsentieren nach dem Volkswohl Bund weitere Versicherer spezielle Lösungen angesichts der Corona-Krise. „Jetzt gilt es sich gegenseitig unterzuhaken und zusammenzustehen“, kommentierte Martin Gräfer, Vorstandsmitglied der Versicherungsgruppe „Die Bayerische“ die derzeitige Situation. „Deswegen haben wir schnell und unbürokratisch ein Aktionsprogramm entschieden. Mit den Hilfsangeboten zeigen wir unseren Kunden und Partnern, dass sie in dieser schweren Zeit auf uns zählen können.“   

So wird die Bayerische bei fondsgebundenen Lebensversicherungen ohne Garantien (beispielsweise plus-rente, pangaea life) die Courtagen für Makler erhöhen. Hierfür werde bei bestimmten Produkten der Produktfaktor erhöht. „Dies entspricht einer Erhöhung der Abschlussvergütungen in Höhe von mehr als 20 Prozent“, teilt der Versicherer in einer Informationsbroschüre mit. Gelten soll diese neue Regelung erst einmal bis zum 31. Dezember dieses Jahres, kann jedoch auch bereits vorher widerrufen werden.  

Im Bereich der Lebensversicherung werde jedes Storno zudem hinsichtlich einer Belastung um zwölf Monate verzögert. Dies gilt auch für Verträge, die vor längerer Zeit abgeschlossen wurden, sich aber noch in der Haftungszeit befinden. Kunden können darüber hinaus den Vertragsbeginn um bis zu sechs Monate nach hinten verschieben. Makler sollten ihre Kunden aber in diesem Fall darauf hinweisen, dass in diesem Zeitraum kein Versicherungsschutz vorliegt. Zudem können Kunden ihre Beiträge – je nach Vertrag – um bis zu zwölf Monate stunden.  

Auch bei BU-Versicherungen, die bislang erst nach einer Laufzeit von sechs Monaten gestundet werden konnten, will sich die Bayerische flexibler zeigen. Bis zum 31. Mai dieses Jahres könne – je nach Einzelfall – die Mindestlaufzeit auch unterschritten werden, teilt der Versicherer mit.  

Im Bereich der Kompositversicherungen sollen Kunden ebenfalls die Möglichkeit haben, den technischen Versicherungsbeginn nach hinten zu verschieben. Voraussetzung: Der Vertrag wurde in den vergangenen drei Monaten geschlossen und es sind bislang keine Schäden angefallen. Diese Regelung gilt allerdings nicht für Pflichtversicherungen.  

Auch LV 1871 veröffentlicht Sonderregelungen

Den Vermittlern entgegen kommt auch die LV 1871. „Zur Unterstützung unserer Kunden haben wir für alle Tarife die Stundungsregelungen angepasst“, heißt es auf procontra-Anfrage. So können Stundungen ohne Angaben eines Grundes formlos für bis zu zwölf Monate beantragt werden – befristet ist diese Regelung erst einmal bis zum 30. Juni dieses Jahres.  

Eine Rückbelastung der Vergütung für den Makler erfolge erst dann, wenn zum Ende der Stundungszeit keine oder nur eine reduzierte Wiederaufnahme erfolge bzw. die gestundeten Beiträge nicht nachgezahlt würden, teilt die LV 1871 mit.  

Eine Stundung sei bei den fondsgebundenen Rentenversicherungen bereits ab einem Vertragsvermögen von 500 Euro möglich – bei „MeinPlan Kids“ bereits ab 100 Euro. Angepasst wurden auch die Stundungsfristen bei der „Golden BU“ sowie der „Delta Direkt Risikolebensversicherung“. Konnte die Beiträge bei diesen Produkten bislang erst nach einem Jahr gestundet werden, wurde diese Mindest-Laufzeit nun auf sechs Monate reduziert.  

"Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit legen wir großen Wert darauf, unsere Kunden wie auch unsere Geschäftspartner in dieser Phase zu unterstützen. Mit der Anpassung der Stundungsregelungen helfen wir unseren Kunden wie unseren Geschäftspartnern unmittelbar", kommentierte LV 1871-Vertriebsvorstand Hermann Schrögenauer die Maßnahme.

Weitere Versicherer arbeiten an Lösungen

Auch bei der Nürnberger arbeitet man an Lösungen. "Zur Unterstützung unserer Vermittler entwickeln wir ein Gesamtpaket, das sowohl unternehmerischen, als auch vertrieblichen und wirtschaftlichen Support umfasst", teilte ein Unternehmenssprecher auf procontra-Nachfrage mit. Geplant sei ein zweistufiges Verfahren. In einem ersten Schritt arbeite die Nürnberger an Verfahren, um Storni weitestgehend zu vermeiden. "Hierzu arbeiten wir beispielsweise an Stundungsmodellen ohne Courtage- bzw. Provisionsbelastung."

Sollten Storni jedoch nicht vermeidbar sein, arbeite an in einem zweiten Schritt an flexiblen Rahmenbedigungen im Umgang mit diesen Storni, teilte der Sprecher weiter mit. Details hierzu sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Gegenüber procontra hatten auch Canada Life, Swiss Life und die Alte Leipziger angekündigt, an entsprechenden Lösungen zu arbeiten. Details seien ebenfalls in den kommenden Tagen zu erwarten.

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