Die Corona-Hilfen der Bundesländer für Selbstständige

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Notkredite, Steuerstundungen und Liquiditätsspritzen: Welche Angebote sichern die einzelnen Länder Freiberuflern in der Corona-Krise zu?

Die Beschlüsse für Notfallhilfen für Selbstständige sind in den Bundesländern unterschiedlich weit fortgeschritten.

Die Beschlüsse für Notfallhilfen für Selbstständige sind in den Bundesländern unterschiedlich weit fortgeschritten. Bild: Adobe Stock/vegefox.com

Selbstständige profitieren von den bisherigen Corona-Untersützungsangeboten der Bundesregierung kaum. Am Montag soll ein bundesweites Hilfspaket für Soloselbstständige und Kleinstunternehmer mit einem Volumen von 40 bis 50 Milliarden Euro vom Bundestag beschlossen werden.

Zusätzlich zu den Plänen der Bundesregierung hat inzwischen auch ein Großteil der 16 Bundesländer - teils noch recht vage - Informationen zu Unterstützungsmaßnahmen der örtlichen Betriebe bekanntgegeben. In den vergangenen Tagen wurden Notkredite, Steuerstundungen und Finanzspritzen beschlossen, um Freiberufler durch die Krise zu bringen. Die einzelnen Länder sind dabei unterschiedlich weit fortgeschritten was Notfallpläne und Beschlusslage betrifft. Im Folgenden eine erste Übersicht.

Weitere Informationen und Links zu den Wirtschaftsministerien der Bundesländer finden Sie hier.

Baden-Württemberg

Die grün-schwarze Koalition plant, einen fünf Milliarden Euro umfassenden Rettungsschirm aufzuspannen, der kleinen und mittelgroßen Firmen sowie Solo-Selbstständigen zugutekommt. Voraussetzungen für versprochene Direkthilfen ist, dass sie nachweislich durch Corona bedingte Umsatzeinbußen haben und in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind. Geplant ist ein Härtefallfonds für Selbstständige und kleine bis mittlere Unternehmen mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro. Zwei Millionen Euro sollen in ein Krisenberatungsprogramm für Selbstständige und kleine Unternehmen fließen. Unternehmer können sich an die landeseigene L-Bank wenden, um Betriebsmittel-, Liquiditäts- und Überbrückungsfinanzierungen zu erhalten.

Bayern

Bayern beschloss als erstes Bundesland konkrete Hilfen für Freiberufler, Selbständige und kleine Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Sie können bei der jeweiligen Bezirksregierung einen Antrag auf Soforthilfe stellen und mit Finanzspritzen zwischen 5.000 und 30.000 Euro rechnen. Insgesamt stellt der Freistaat ein Hilfspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro bereit. Die staatliche Förderbank LfA übernimmt zusätzlich Ausfallbürgschaften für Bankkredite von bis zu 500 Millionen Euro. Kredite für den Betriebsmittelbedarf und die kurzzeitige Umschuldung können Freiberufler und Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro beantragen. Hier geht es zur Servicestelle der Bayerischen Staatsregierung.

Berlin

Berlin will Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige mit 300 Millionen Euro Soforthilfen unterstützen, wie der Senat am Donnerstagabend bekanntgab. Allein 100 Millionen Euro sollen im laufenden Jahr an Soforthilfemaßnahmen für Kleinunternehmen und Soloselbstständige sowie für Freiberufler fließen. Klein- und Kleinstunternehmen mit maximal fünf Beschäftigten sowie Freiberufler und Soloselbstständige können die Unterstützung in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist, dass sie explizit durch die Corona-Pandemie betroffen sind. Weitere Informationen gibt es hier.

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