Das sind die Lebensversicherer mit den geringsten Verwaltungskostenquoten

Matthias Hundt LV-Check Versicherungen Top News

Angesichts der Niedrigzinsphase stand 2021 für die Lebensversicherer die Kostenseite im Vordergrund. Wer seine Bestände besonders effizient verwaltete, zeigt der aktuelle LV-Check.

Verwaltungskosten Bild: Rudzhan Nagiev

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Verwaltungskostenquote geringfügig. Welche Versicherer über die geringste Verwaltungskostenquote verfügten, zeigt der aktuelle LV-Check. Bild: Rudzhan Nagiev

Auch wenn die lang ersehnte Zinswende durch die historische Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank in dieser Woche an Fahrt gewinnt, steht die Kostenseite bei den Lebensversicherern noch immer im Fokus. Neben den Abschlusskosten stehen hier vor allem die Ausgaben für die Verwaltung der Bestände im Blickpunkt. Hier hatte die Branche zuletzt vom starken Einmalbeitragsgeschäft profitiert  – schließlich gibt die Verwaltungskostenquote das Verhältnis der Beitragsaufwendungen zu den Bruttobeitragseinnahmen wider.

Zwar stieg die Quote laut aktuellem procontra LV-Check, dem die Geschäftsberichte von 62 Lebensversicherern zugrunde liegen, von 1,97 im Jahr 2020 auf 2,0 Prozent. Dies liegt aber in erster Linie an den auch Corona-bedingt gesunkenen Bruttobeitragseinnahmen der Versicherer. Gleichzeitig stiegen jedoch auch die absoluten Verwaltungsaufwendungen von 1,835 auf 1,875 Milliarden Euro.  

Spannend werden die Auswirkungen der Zinserhöhung im Neugeschäft zu beobachten sein. Viele Versicherer gewannen mit Einmalbeiträgen Kunden, die lediglich dem Strafzins entgehen wollten. Insbesondere Anbieter, bei denen Einmalbeiträge einen besonders hohen Anteil am Neugeschäft ausmachen, könnten unter Druck geraten. CosmosDirekt (ca. 60 Prozent), Ideal (66 Prozent), Öffentliche Braunschweig (68 Prozent) oder HanseMerkur (88 Prozent) sind hier zu nennen. Schwächelt dann noch das Geschäft gegen laufenden Beitrag, wie beispielswiese bei CosmosDirekt (minus 17,7 % gegenüber 2020), dann steht ein großes Fragenzeichen hinter dem zukünftigen Neugeschäft. Auf procontra-Anfrage wollte CosmosDirekt nicht antworten.    

Eberhard Sautter, Vorstand der HanseMerkur, kommentierte den skizzierten Rückgang wie folgt: „Unser Einmalbeitragsgeschäft profitierte vom niedrigen Zinsniveau und den Negativzinsen bei Banken. Die Nachfrage nach kapitalbildenden Produkten gegen Einmalbeitrag wird sich reduzieren, sodass wir im Neugeschäft eine Verschiebung zu Produkten gegen laufenden Beitrag, insbesondere zu fondsgebundenen Produkten erwarten.“  

Ein Rückgang der Einmalbeiträge würde entsprechend auch die Kostenquoten beeinflussen. Geht das Neugeschäft – durch ausbleibende Einmalbeiträge – nun spürbar zurück, wird man in Zukunft steigende Kostenquoten beobachten. Sautter ordnet allerdings ein: „Die Verwaltungskostenquote vermittelt in dieser Situation allerdings ein unrichtiges Bild, sofern es um die Effizienz des Versicherungsbetriebs geht. Die in den letzten Jahren gezeichneten Einmalbeiträge liefern nicht nur im ersten Jahr, sondern während ihrer gesamten Vertragslaufzeit einen positiven Beitrag zum Verwaltungskostenergebnis. Das Einmalbeitragsgeschäft reduziert auf diese Weise bei gleichbleibenden Gesamtkosten dauerhaft die durchschnittliche Kostenbelastung des vorhandenen Versicherungsbestands, auch wenn dies in der Verwaltungskostenquote nicht zum Ausdruck kommt.“  

Welche Lebensversicherer 2021 die geringsten Verwaltungskostenquoten aufwiesen, lesen Sie in der unterstehenden Bilderstrecke. 

Die Versicherer mit der geringsten Verwaltungskostenquote

#10 Neue Leben (1,42%)
Die absoluten Aufwendungen blieben im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant (13,8 Mio.€). Grund für die Senkung der Verwaltungskostenquote waren die gebuchten Bruttobeträge, die von 786 auf 973 Mio. € (+23,8%) anstiegen.