Das waren die teuersten Naturgefahren 2021

Anne Mareile Walter Versicherungen

2021 war weltweit das zweitteuerste Naturgefahrenjahr: Nach einer aktuellen Studie belief sich die Höhe der versicherten Schäden auf insgesamt 120 Milliarden US-Dollar. Zwei Katastrophen schlugen dabei besonders arg zu Buche.

Naturgefahr Bild: Adobe Stock/Andrey Kuzmin

Das bislang zweitteuerste Naturgefahrenjahr: Unter anderem Hurrikan Ida und Sturmtief Bernd trieben 2021 die Schadenkosten in die Höhe. Bild: Adobe Stock/Andrey Kuzmin

Stürme, Hochwasser, Waldbrände und Erdbeben: Weltweit haben Naturkatastrophen 2021 weitaus größere Schäden als in den beiden Vorjahren verursacht. Nach einer aktuellen Studie des Rückversicherers Munich Re belief sich die Schadenhöhe auf insgesamt 280 Milliarden US-Dollar. 2020 hatte die Schadenhöhe durch Naturgefahren noch bei 210 Milliarden US-Dollar gelegen, 2019 bei 166 Milliarden.

Der nicht versicherte Schadenanteil schrumpft

Damit war 2021 zusammen mit den Jahren 2011 und 2005 das zweitteuerste Naturkatastrophenjahr überhaupt, nach dem bisherigen Rekordjahr 2017. Rund 120 Milliarden US-Dollar von den insgesamt 280 Milliarden wurden im vergangenen Jahr von Versicherern getragen. Dabei war der nicht versicherte Anteil mit 57 Prozent rückläufig. In den Industrieländern schrumpfte die Versicherungslücke in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr, in den ärmeren Ländern liege sie unverändert bei mehr als 90 Prozent.   

Knapp 10.000 Todesopfer forderten die Naturkatastrophen – ähnlich viele wie in den vorangegangenen Jahren. Besonders wüteten Stürme, Waldbrände und Co. in den USA. Hier schlugen die Schäden insgesamt mit 145 Milliarden US-Dollar besonders stark zu Buche, 85 Milliarden davon waren versichert.

„Die Katastrophen-Statistik 2021 ist auffällig“, zieht Ernst Rauch, Leiter der Abteilung Climate Solutions bei Munich Re eine Bilanz und erklärt: „Denn etliche der extremen Unwetterereignisse gehören zu jenen, die durch den Klimawandel häufiger oder schwerer werden. Dazu gehören Schwergewitter in den USA auch im Winterhalbjahr. Oder auch Starkregen mit Hochwasser in Europa.“ Zu Letzterem zählte auch die Flut im Westen Deutschlands. Nach Angaben des GDV war das Jahr 2021 damit eines der teuersten Naturgefahrenjahre Deutschlands: Auf 8,2 Milliarden Euro belief sich laut Versichererverband die Schadenhöhe.

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