Elementarschutz: So hoch ist die Nachfrage bei den einzelnen Versicherern

Hannah Petersohn Versicherungen Top News Meistgeklickt

Die Nachfrage nach einer Elementarschutz-Police ist seit dem verheerenden Hochwasserereignis im Sommer dieses Jahres gestiegen. Wie sehr, unterscheidet sich allerdings deutlich von Versicherer zu Versicherer.

Elementarschutz: So hoch ist die Nachfrage bei den einzelnen Versicherern Bild: picture alliance/Zoonar/Stefan Ziese

Wie hoch die Nachfrage nach Elementarschutz gestiegen ist, ist von Versicherer zu Versicherer sehr unterschiedlich. Bild: picture alliance/Zoonar/Stefan Ziese

Die Flutkatastrophe hat bei vielen Hausbesitzern zu einem Umdenken in Sachen Versicherungsschutz geführt. Wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kürzlich meldete, haben die Versicherer im dritten Quartal etwa 400.000 neue Elementarschadenversicherungen bei Wohngebäuden registriert. Normalerweise liege die Anzahl so der Verband, pro Quartal bei etwa 50.000 bis 100.000 neuen Verträgen.

Die Versicherer gehen davon aus, dass bis zum Ende des Jahres rund die Hälfte aller Wohngebäude auch gegen Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Starkregen versichert sein werden. Der Anstieg entspricht einem Plus von vier Prozentpunkten im Vergleich zum Jahresbeginn. Dennoch sind damit weiterhin 50 Prozent alles Gebäude nicht versichert. „Wir können es nicht hinnehmen, dass jedem zweiten Haus der wichtige Versicherungsschutz gegen Klimaschäden fehlt“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. 

Durch die verheerende Flut im Juli dieses Jahres sind bis zu 200.000 Gebäude und bis zu 50.000 Fahrzeuge beschädigt worden. Der GDV schätzt den versicherten Schaden auf über sieben Milliarden Euro. Die Höhe der Nachfrage nach Elementarschutz fällt bei den einzelnen Versicherern unterschiedlich aus: Sie changiert zwischen zwischen zwei und 15 Prozent beziehungsweise 5.000 und 30.000 Verträgen.

Pflicht versus Opt-Out

In der vergangenen Woche sind die Justizminister der Länder zusammengekommen, um über die Einführung einer Pflichtversicherung zu diskutieren. Ähnliche Diskussionen hatte es bereits vor vier Jahren gegeben, nachdem Starkregenfälle in Baden-Württemberg und Bayern mehrere Orte verwüstet hatten. Damals hatten die Justizminister gegen die Einführung einer Pflichtversicherung votiert, weil eine besagte Pflicht gegen das Grundrecht des Einzelnen auf Vertragsfreiheit sprechen könnte.

Die Versicherer haben derweil einen eigenen Vorschlag eingebracht: Demnach könnten Wohngebäude-Policen künftig nur noch zusammen mit Elementarversicherungen verkauft werden und bestehende Verträge um den Schutz ergänzt werden. Nur durch eine Opt-Out-Option, also wenn Hausbesitzer aktiv widersprechen, könne der Elementarschutz abgewählt werden.

Im September dieses Jahres ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherzentrale, dass 59 Prozent der Befragten für eine Versicherungspflicht seien.

So hoch ist die Nachfrage bei den einzelnen Versicherern

Allianz
Die Allianz konnte in den vergangenen Jahren die Anbindungsquote der Elementarversicherung an die Gebäudeversicherung von knapp zehn auf aktuell 50 Prozent steigern. "Es zeigt, dass unsere Kunden die Bedeutung der Absicherung gegen Elementarschäden zunehmen erkennen", sagt Allianz-Pressesprecher Christian Weishuber. Nach den Unwetterereignissen im Juni und Juli dieses Jahres sei die Nachfrage nach dem Extremwetterschutz-Baustein erneut gestiegen. Allianz-Kunden haben demnach den Baustein „Extremwetterschutz“ über 30.000 mal mehr gekauft als im Vergleichszeitraum, so Weishuber.Bild: Allianz