Diese Lebensversicherer gewannen die meisten Verträge hinzu

Martin Thaler Florian Burghardt Berater LV-Check Versicherungen Top News

Insgesamt ging die Anzahl der Lebensversicherungen im Jahr 2020 leicht zurück. Trotzdem konnten manche Anbieter ihre Vertragsbestände prozentual stark ausbauen. Welche Produkte für ihren Erfolg verantwortlich waren, hat der procontra-LV-Check analysiert.

Vor allem Lebensversicherer mit guten Fondspolicen konnten ihre Bestände im vergangenen Jahr deutlich ausbauen. Bild: Adobe Stock/vchalup

Vor allem Lebensversicherer mit guten Fondspolicen konnten ihre Bestände im vergangenen Jahr deutlich ausbauen. Bild: Adobe Stock/vchalup

Das Jahr 2020 war nicht unbedingt eines der Superlative für die deutschen Lebensversicherer. Allerdings war es auch kein schlechtes. Zwar gab es viele Menschen, die aufgrund der Corona-Krise den Abschluss einer Police erst einmal aufgeschoben haben. Auch Beitragsfreistellungen wurden deutlich häufiger genutzt, um mittelfristige finanzielle Engpässe zu überwinden. Dennoch blieb das Neugeschäft nach Beiträgen in etwa auf dem hohen Niveau des Rekordjahrs 2019.

Mit Blick auf den Vertragsbestand konnte die Krise den Lebensversicherern ebenfalls nur einen kleinen Kratzer verpassen. Laut dem procontra LV-Check 2021, für den die Geschäftsberichte von 65 Lebensversicherern (Marktanteil: über 95 Prozent) analysiert wurden, ging die Gesamtanzahl der Policen um 0,6 Prozent zurück. Ende 2020 standen demnach noch 74.168.391 Stück in ihren Büchern (-460.358).

Fondspolicen weiter stark nachgefragt

Dieser leichte Abrieb fußte vor allem auf dem anhaltend starken Rückgang von Kapitalversicherungen. Gegenüber 2019 (15.188.131) reduzierte sich ihr Bestand um sechs Prozent, was ein Minus von fast einer Million Policen bedeutete (2020: 14.252.363). Auch die Risikolebensversicherungen wurden weniger. Im Vergleich zu 2019 (9.167.292) ging ihre Anzahl um zwei Prozent auf 9.028.436 Stück zurück.

Deutlich besser lief das Geschäft mit fondsgebundenen Lebensversicherungen. Hier wuchs der Gesamtbestand um 4,3 Prozent von 13.857.598 auf 14.446.716. Auch bei den Rentenversicherungen, zu denen beispielsweise auch Berufsunfähigkeits- und Pflegerentenversicherungen zählen, ging es voran - allerdings nur marginal. Ihr Bestand wuchs um 16.807 Stück von 23.260.408 auf 23.277.215 Policen. Um etwa 0,1 Prozent gingen die Kollektivversicherungen nach oben (2019: 13.155.319; 2020: 13.163.660).

Die zehn Lebensversicherer, die ihre Vertragsbestände im vergangenen Jahr prozentual am deutlichsten vergrößern konnten, haben wir in der untenstehenden Bilderstrecke zusammengestellt.

Die 10 größten Policen-Gewinner

Platz 10: Hannoversche (+2,3%)
Bekannt ist die Hannoversche durch zahlreiche Werbespots vor allem für ihre Risikolebensversicherungen. Und im Geschäft mit Risikoversicherungen läuft es für den Versicherer auch am besten. Der Bestand in diesem Segment stieg von 720.612 (2019) auf 740.892 – ein Plus von 3 Prozent. Im Geschäft mit Rentenversicherungen (hierzu zählen auch BU-Versicherungen) konnte der Versicherer gar um 6 Prozent zulegen – allerdings ist mit 68.031 Verträgen (2020) der Bestand hier auch deutlich niedriger.