Das sind die Lebensversicherer mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

Martin Thaler Berater LV-Check Versicherungen Top News

Da die Ertragssituation an den Kapitalmärkten für die Versicherer immer komplizierter wird, gerät die Ausgabenseite immer stärker in den Blickpunkt – unter anderem auch die Verwaltung der Verträge. Hier gibt es bei den Kostenquoten deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Lebensversicherern.

Verwaltungskosten Bild: Adobe Stock/denisismagilov

Bei der Verwaltungskostenquote gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Lebensversicherern. Bild: Adobe Stock/denisismagilov

Die Dauer-Niedrigzinsen setzen die Versicherer merklich unter Druck: Um an den Kapitalmärkten noch auskömmliche Renditen zu erzielen, ist neben einem gehörigen Maß an Investmentkompetenz auch immer häufiger ein „glückliches Händchen“ gefragt.  

Da die Ertragsseite immer weiter unter Druck gerät, richten die Versicherer ihren Blick zunehmend auf ihre Kosten. Neben den Abschlusskosten stehen dabei insbesondere die Ausgaben für die Verwaltung der Bestände im Vordergrund. Versicherer, bei denen die IT beispielsweise in die Jahre gekommen ist, müssen häufig deutlich mehr für die Betreuung der Kunden aufwenden, da die Prozesse mehr Mitarbeiter und Zeit binden und folglich höhere Kosten verursachen. Zugleich können höhere Verwaltungskosten jedoch auch Ausdruck einer ausgeprägten Service-Mentalität gegenüber den Kunden sein.  

Verwaltungskostenquote bleibt unter zwei Prozent

Insgesamt betrachtet stehen die Lebensversicherer beim Thema Verwaltungskostenquote jedoch gut da: So lag die Verwaltungskostenquote – sprich die absoluten Verwaltungsaufwendungen im Verhältnis zu den Bruttobeitragseinnahmen – im zweiten Jahr in Folge unter der magischen 2-Prozent-Schwelle. Zwar stieg die Quote im Vergleich zum Vorjahr leicht von 1,94 Prozent auf 1,97 Prozent an – dies dürfte aber in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass sich das Bruttobeitragsvolumen Corona-bedingt im vergangenen Jahr weitaus weniger explosiv entwickelte als noch 2019. Zugleich stiegen die absoluten Verwaltungsaufwendungen von 1,795 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf nun 1,835 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.  

Auffällig ist hierbei insbesondere die Situation bei der Bayerischen: Hier stiegen die absoluten Verwaltungsaufwendungen von 4,3 auf 6,1 Millionen Euro an – ein Plus von 43 Prozent. Gegenüber procontra erklärte eine Unternehmenssprecherin das deutliche Plus mit dem überdurchschnittlichen Marktwachstum des Versicherers, das folglich auch steigende Verwaltungsausgaben bewirke. „Denn wir investieren auch weiterhin sowohl in den persönlichen Service als auch in die Digitalisierung unserer Prozesse.“  

Mit einer Verwaltungskostenquote von 1,81 Prozent liegen die Münchener jedoch deutlich unter dem Marktschnitt. Drei Versicherer – die HanseMerkur, Europa und die Allianz – weisen sogar eine Verwaltungskostenquote von unter einem Prozent auf. Bei anderen Versicherern ist die Situation nicht ganz so rosig – ihre Verwaltungskostenquote übertreffen den Marktschnitt teils ums fünffache. Die Versicherer mit den höchsten Verwaltungskostenquoten haben wir für Sie in der untenstehenden Bilderstrecke einmal zusammengefasst.

Die Versicherer mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

Platz 8: Helvetia (4,34 Prozent)
Mit einer Verwaltungskostenquote von 4,34 Prozent hat die Helvetia eine der höchsten Quoten am Markt, konnte diese im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht senken. Dennoch: In den Vorjahren lag die Quote bei der Helvetia teils deutlich niedriger (2014: 3,11 Prozent; 2016: 3,26 Prozent). Zwar konnte die Helvetia im vergangenen Jahr ein Plus bei den Bruttobeitragseinnahmen verzeichnen (2019: 276,2 Millionen Euro; 2020: 294,9 Millionen Euro), jedoch stiegen auch die absoluten Verwaltungsaufwendungen von 12,1 auf 12,8 Millionen Euro.