Diese PKV-Anbieter verloren die meisten Vollversicherten

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt

Im Corona-Jahr 2020 sank die Zahl der privat Vollversicherten leicht ab. Die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen verliefen dabei aber höchst unterschiedlich. Bei 8 Anbietern ging der Bestand um mehr als 3.000 Personen zurück.

Bild: Adobe Stock/Michail Petrov

Bei einigen Anbietern ging die Zahl der Vollversicherten im vergangenen Jahr deutlich zurück. Bild: Adobe Stock/Michail Petrov

Wenn der Verband der privaten Krankenversicherer seinen Jahresbericht verfasst, wird der Fokus – wenig überraschend – auf die positiven Entwicklungen der Branche gelegt. Beispielsweise auf die Wanderungsbewegungen zwischen GKV und PKV: Erneut wechselten im vergangenen Jahr mehr Menschen aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung – hier verzeichnet die Branche ein Saldo von 20.500 Personen.  

Gerne wird auch der Versicherungsbestand ins Feld geführt: So wuchs der Gesamtbestand – also Krankenvoll- und Zusatzversicherungen zusammen – von 33,86 Millionen Verträgen im Jahr 2016 auf 36,07 Millionen im vergangenen Jahr, ein Plus von 6,5 Prozent. Vor allem die betriebliche Krankenversicherung (bKV) entwickelt sich aus Sicht der Versicherer prächtig: Allein von 2019 bis 2020 erhöhte sich die Zahl der über eine bKV versicherten Personen um knapp 16 Prozent auf nun über eine Million Arbeitnehmer.  

Vollversichertenzahl sinkt um 0,1 Prozent

Während sich Zusatzversicherungen für die verschiedenen Anbieter zu einem echten Wachstumsmotor entwickeln, geht die Zahl der Vollversicherten jedoch Jahr für Jahr zurück – wenn auch auf geringem Niveau. Das vergangene Jahr bildet hier keine Ausnahme: Erneut war die Zahl der Versicherten rückläufig, dieses Mal verringerte sie sich um 0,1 Prozent auf nun noch 8,7 Millionen Versicherte. Das letzte Jahr, in der die Zahl der Vollversicherten stieg, war 2011. Für die PKV ist das eine bedenkliche Entwicklung: Noch immer ist die Vollversicherung für den Löwenanteil der Beitragseinnahmen (66,1 Prozent im Jahr 2020) verantwortlich.  

Laut der Ratingagentur Assekurata wechseln mittlerweile deutlich weniger gutverdienende Angestellte und auch Selbstständige von der gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV. Eine solche Entwicklung hatte die Kölner Ratingagentur bereits im Vorjahr prognostiziert: Lediglich im Beihilfegeschäft verbuchten die privaten Krankenversicherer zuletzt mehr Neuzugänge. „Hier macht sich die steigende Beschäftigtenzahl im öffentlichen Dienst positiv bemerkbar“, erklärte Gerhard Reichl, Fachkoordinator Krankenversicherung bei Assekurata.  

Bei 17 Versicherern sinkt der Bestand

Profitieren von dieser Entwicklung konnten allerdings nicht alle Anbieter. procontra hat sich deshalb die Geschäftsberichte aller Unternehmen angesehen. Bis auf den Münchener Verein liegen zu allen Versicherern mit mehr als 10.000 Versicherten im Bestand aktuelle Zahlen vor.  

Unter dem Strich haben von 28 untersuchten Versicherern 17 Vollversicherte verloren. Die PKV-Anbieter, deren Bestände im Jahr 2020 um über 3.000 Vollversicherte geschrumpft sind, haben wir in der unterstehenden Bilderstrecke zusammengefasst.

Die 8 größten Vollversicherten-Verlierer

Platz 7: Gothaer (-3.731)
Die Gothaer verlor im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 3.731 ihrer privat Vollversicherten – ein Minus von 2,79 Prozent. Zum Jahresende betrug der Bestand damit 130.023. Zum Vergleich: Ende 2018 - also vor zwei Jahren - waren noch 137.777 Personen privat bei der Gothaer vollversichert. Bild: GDV