Das sind die Krankenversicherer mit den meisten BaFin-Beschwerden

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt

Über die privaten Krankenversicherer gingen bei der Finanzaufsicht BaFin 2020 mehr Beschwerden ein als noch im Vorjahr. Die einzelnen Anbieter waren hiervon unterschiedlich stark betroffen.

Krankenversicherer Bild: Pixabay/mohamed_Hassan

Die Zahl der bei der BaFin über die privaten Krankenversicherer eingegangenen Beschwerden stieg im Vergleich zum Vorjahr. Bild: Pixabay/mohamed_Hassan

Ob Leistungsentscheidungen oder Beitragsanpassungen: Die privaten Krankenversicherer sorgten 2020 häufiger bei ihren Kunden für Ärger als noch im Jahr zuvor: Insgesamt 1.607 Eingaben gingen im vergangenen Jahr bei der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin ein, wie ein Blick in den aktuellen Jahresbericht zeigt. Zum Vergleich:  2019 erreichten die BaFin 1.420 Beschwerden, 2018 waren es jedoch 1.653 gewesen. Damit bleibt die private Krankenversicherung weiterhin – nach der Lebensversicherung und der Kfz-Versicherung – der Versicherungszweig mit den meisten Beschwerden.  

Auch die Zahl der abschließend bearbeiteten Beschwerden stieg im vergangenen Jahr merklich an, von 902 auf 1.008. Rückblickend bleibt die Beschwerdezahl damit aber auf einem niedrigen Niveau, nachdem sie 2010 noch bei rund 1.700 gelegen hatte. Auch im Hinblick auf die Gesamtzahl der Verträge – die Statistik umfasst nicht nur die Krankenvollversicherung sondern auch Zusatztarife – fällt die Zahl der Beschwerden eher geringfügig aus.  

Deutliche Unterschiede gibt es allerdings unter den einzelnen Versicherern. Über fünf (Württembergische, Alte Oldenburger, Versicherer im Raum der Kirchen, Ottonova, Stuttgarter) der in der Beschwerdestatistik gelisteten 37 Krankenversicherer ging jeweils nur eine Beschwerde ein – hierunter befinden sich allerdings vorwiegend Versicherer mit einem geringen Vertragsbestand. Bei Krankenversicherern, die viele Verträge in ihrem Bestand haben, fiel die Anzahl der Beschwerden entsprechend höher aus.  

Von größerer Aussagekraft ist daher die Beschwerdequote – sprich, auf wie viele Policen eine Beschwerde kommt. Wenig Grund zur Klage hatten dabei in erster Linie Versicherte von Signal Iduna, DKV und Debeka sowie der HanseMerkur Speziale, die in erster Linie Brillenversicherungen in Kooperation mit Fielmann vertreibt. Bei anderen Versicherern fiel die Beschwerdequote hingegen deutlich höher aus (siehe Bilderstrecke). Jedoch sind auch diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen, erklärt die BaFin. So geben die Zahlen unter anderem nur einen Eindruck über die eingegangenen Beschwerden wieder. Ob diese letztlich erfolgreich waren, wird aus ihnen nicht deutlich.

Anmerkung: Die Bilderstrecke bezieht sich auf die vollständig von der BaFin bearbeiteten Beschwerden. Berücksichtigt wurden alle Anbieter, über die mehr als eine Beschwerde einging.

Die PKV-Anbieter mit den meisten Beschwerden

Platz 10: Continentale
Für die Continentale Krankenversicherung war 2020 eigentlich ein gutes Jahr: Dei Beitragseinnahmen stiegen um 4,1 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro, zudem gelang der Einstieg in die betriebliche Krankenversicherung. Bei den BaFin-Beschwerden verlief das vergangene Jahr nicht so erfolgreich: Insgesamt 45 Beschwerden erreichten die Finanzaufsicht. Umgerechnet auf den Bestand (1.335.296) entspricht das einer Beschwerde je 29.673 Policen – Platz 10.