Stadt oder Land – Wo lohnt sich ein Umzug finanziell?

Martin Thaler Sachwerte

Die Flexibilisierung der Arbeitswelt macht die Speckgürtel der Städte für viele Menschen attraktiver. Auch sonst kann sich ein Umzug finanziell durchaus lohnen, wie das Jobportal Stepstone errechnet hat.

Umzug Bild: Adobe Stock/Andrey Popov

In manchen Großstädten kann sich ein Umzug ins Umland finanziell durchaus lohnen. Bild: Adobe Stock/Andrey Popov

Wenn man der Corona-Krise etwas zugute halten möchte, dann eventuell, dass sie zu einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitswelt beigetragen hat. Immer mehr Menschen arbeiten mittlerweile aus dem eigenen Wohnzimmer: Laut einer aktuellen Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gingen 24 Prozent aller Arbeitnehmer ihrer Tätigkeit von zu Hause aus nach. Zum Vergleich: Im November lag diese Zahl noch bei 14 Prozent. Das Potential gilt zudem als noch nicht ausgeschöpft: Zwar hatte Arbeitsminister Hubertus Heil Unternehmen dazu aufgefordert, sofern möglich, ihren Mitarbeitern die Arbeit im Home Office zu ermöglichen, dennoch scheinen sich immer noch viele Arbeitgeber hiergegen zu sträuben. Laut der Studie, für die insgesamt 6.200 Arbeitnehmer sowie Arbeitssuchende befragt worden waren, gaben 39 Prozent an, ihrer Arbeit komplett oder zu großen Teilen von zu Hause aus nachgehen zu können.  

Die Flexibilisierung der Arbeitswelt hat auch Auswirkungen auf die Wahl des Wohnortes. Statt möglichst nahe am Arbeitsort in der Stadt zu wohnen, zieht es mittlerweile viele Menschen in die Vororte. Die Studie „Wohnen in Deutschland 2020 – Unterschiede zwischen Stadt und Land“ der Sparda-Bankengruppe zeigte zuletzt, dass in den Speckgürteln die Immobilienpreise wesentlich schneller steigen als in den Städten.   Zumal sich ein Umzug ins Umland für viele Arbeitnehmer auch finanziell lohnen kann – schließlich sind die Lebenserhaltungskosten auf dem Land in der Regel geringer als in der Stadt.

Wie hoch das jeweilige Sparpotenzial in den größten deutschen Städten ist, hatte vor kurzem das Jobportal Stepstone ausgerechnet. Fazit: In vielen Städten würde sich ein Umzug rentieren (erst recht, wenn man seinen Job in der Stadt behält) – jedoch längst nicht in allen.

Wie ist die Situation in Deutschlands fünf größten Städten?

Frankfurt
Wer in Frankfurt am Main lebt, verdient in der Regel verhältnismäßig gut: Vergleicht man die zehn größten Städte in Deutschland, ist das Gehalt in „Mainhattan“ mit durchschnittlich 70.974 Euro am höchsten. Angesichts der sehr hohen Mieten am Main haben Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Schnitt jeden Monat 700 Euro zur freien Verfügung übrig. Im angrenzenden Main-Kinzig-Kreis ist die Situation sogar noch besser: Zwar fallen die Gehälter hier im Schnitt um 10.000 Euro geringer aus, allerdings bleibt bei den Speckgürtel-Bewohnern durchschnittlich auch ein Drittel mehr übrig als bei den Frankfurtern. Bild: Pixabay/LNLNLN
 
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