Rating: Welche Risikolebenstarife schneiden am besten ab – welche fallen durch?

Anne Hünninghaus LV-Check Versicherungen Top News Meistgeklickt

Luft nach oben gibt es laut dem Analysehaus vor allem in der Genauigkeit der Bedingungswerke. Diese wirkten teils wie abgekupfert von denen zur Berufunfähigkeit, so die Kritik. Auch die Flexibilität der Tarife lasse vielfach zu wünschen übrig: „Nur wenige Produkte erlauben Versicherten, ihren Versicherungsschutz über das ursprünglich vereinbarte Endalter hinaus zu verlängern. Das ist vor allem bei Anschlussfinanzierungen wichtig. Doch bislang haben ältere Versicherte kaum Chancen, nach Vertragsablauf noch Versicherungsschutz zu bekommen“, kritisiert Franke.

Auch Regelungen für eine vorgezogene Todesfallleistung bei einer schweren Erkrankung fehlten oft oder setzten hohe Hürden, was die Prüfung durch Ärzte angeht. Auch bei Zahlungsschwierigkeiten macht so mancher Anbieter dem Kunden das Leben schwer: „Nur jeder sechste Tarif erlaubt Beitragsstundung – und das auch nur für maximal sechs Monate."

Besonders schlecht schnitten die folgenden Tarife im Rating ab:

Diese Tarife sind laut Franke und Bornberg „mangelhaft"

  • Barmenia Lebensversicherung a. G. („Barmenia PreRisk")
  • Die Bayerische LV („RLV"; „RLV Nichtrauchertarif")
  • Münchener Verein Lebensversicherung AG („RLV Tarif 22")
  • Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig („RLV")

Sorgt Corona für mehr Abschlüsse?

Was den Versicherern Auftrieb geben dürfte: Mit Blick in die Zukunft könnte die Teilsparte zulegen. Denn die Corona-Pandemie verleiht dem Thema Hinterbliebenenabsicherung eine höhere Dringlichkeit und könnte das Neugeschäft in der Risiko-LV perspektivisch stärken. So planen laut einer Studie von Iptiq, dem White-Label-Versicherer der Swiss Re, sechs Prozent der 5.000 Befragen zwischen 25 und 55 Jahren innerhalb eines Jahres eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Umgerechnet auf die deutsche Bevölkerung wären das zwei Millionen Menschen. Sieben Prozent gaben zudem an, dass Covid-19 der Hauptgrund für den Abschluss einer Risikolebensversicherung sei. Allgemein sind einschneidende persönliche Erlebnisse wie Krankheiten und Todesfälle im nahen Umfeld oder auch Geburten und der Immobilienerwerb oft Auslöser, eine Risiko-LV abzuschließen.

Die acht Anbieter mit dem größten Policenwachstum in der Risiko-LV

In der folgenden Bilderstrecke finden Sie die acht Anbieter mit einem Mindestbestand von 20.000 Risikoverträgen, die ihre Bestände in der Risiko-Teilsparte 2019 jeweils um mehr als drei Prozent ausbauen konnten. Außer Konkurrenz läuft dabei die Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG, deren massive Zugewinne aus der Verschmelzung der Verträge der früheren Ergo Direkt Lebensversicherung AG auf die Ergo Vorsorge resultierten.

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7. PB Leben (+ 3,9 Prozent)
Auf dem – geteilten – siebten Platz landet die PB Leben, deren Risikopolicenbestand sich im Geschäftsjahr 2019 um rund 10.000 Verträge auf 266.426 erhöhte. Der Risikobereich macht bei der PB Leben knapp ein Viertel des Gesamtbestands von 1.085.695 LV-Verträgen aus. Dank der gut laufenden Sparte gehört der Anbieter auch insgesamt noch zu den Policengewinnern, er verzeichnete ein kleines Plus von gut 5.000 Verträgen. Logo: PB Leben
 
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