Entgeltatlas: In diesen Regionen arbeiten Deutschlands Top-Verdiener

Anne Hünninghaus Panorama Berater

Laut aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit klaffen die Löhne deutschlandweit je nach Geschlecht und Arbeitsort nach wie vor weit auseinander.

In welchen Regionen zahlen Arbeitgeber am besten?

In welchen Regionen zahlen Arbeitgeber am besten? Bild: Adobe Stock/Nomad_Soul

Verdienen Sie bei einer 40-Stunden-Woche mehr als 3.401 Euro brutto im Monat? Dann liegt Ihr Lohn über dem Durchschnittsentgelt für Vollzeitbeschäftigte in Deutschland. Laut dem aktuellen Entgeltatlas der Agentur für Arbeit hatte im Jahr 2019 die Hälfte der Arbeitnehmer hierzulande einen höheren und die andere Hälfte einen niedrigeren Betrag auf dem Lohnzettel.

Zu welcher Gruppe man gehört, hängt dabei nicht nur von Beruf, Geschlecht und Bildungsabschluss ab, sondern wird maßgeblich auch davon beeinflusst, in welcher Region man arbeitet. Am höchsten sind die Durchschnittslöhne dem Entgeltatlas zufolge mit 5.089 Euro in Wolfsburg und 5.004 Euro in Ingolstadt – kein Zufall, dass in diesen Städten die Autohersteller Volkswagen und Audi ihre Stammsitze haben und größte Arbeitgeber sind. Die fünf Städte und Kreise mit den gemittelt höchsten Löhnen finden Sie in der Bilderstrecke unter diesem Beitrag.

Ost-West-Gefälle ist nach wie vor beachtlich

Insgesamt offenbart ein Blick auf die Deutschlandkarte ein großes Gefälle: Am meisten verdient wird in südlichen Ballungszentren wie in und um Stuttgart und München – hier sind allerdings auch die Lebenshaltungskosten um ein Vielfaches höher als in dünner besiedelten Gegenden. Auch 30 Jahre nach Mauerfall sind die Löhne im Osten des Landes vergleichsweise gering. So liegen die fünf Landkreise mit den kleinsten gemittelten Gehältern in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Am wenigsten verdienen Vollzeitarbeitnehmer in Görlitz mit einem Medianlohn von 2.380 Euro. Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, Gewinnbeteiligungen, Überstundenzuschläge und sonstige Zulagen hat die Agentur für Arbeit in den genannten Zahlen bereits einberechnet.

Auch der sogenannte Gender Pay Gap, also die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen, ist nach wie vor ausgeprägt. Während Männer im vergangenen Jahr 3.560 Euro brutto im Monat verdienten, waren es bei Frauen mit 3.117 Euro mehr als ein Zehntel weniger. Auffällig ist, dass deren Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern besonders in Gutverdiener-Regionen eklatant ist – in vielen Ostregionen erhalten Männer und Frauen für ihre Vollzeittätigkeit ähnliche (gleichsam geringere) Löhne.

Insbesondere Frauen sollten daher mit Blick auf ihre zu erwartende Rente auf gute Beratung setzen. So sind ihre bAV-Ansprüche im Schnitt immer noch deutlich geringer als von Männern, was auf die durchschnittlich niedrigen Lebensarbeitseinkommen zurückzuführen ist. Zwar ist generell zu beachten, dass die Löhne und somit die Renten in wirtschaftsstarken Regionen im Schnitt höher angesiedelt sind. Dennoch sind die Einkünfte im Verhältnis zum regionalen Preisniveau oft deutlich zu niedrig, was spätestens im Alter zu Einbußen führt.

5. Ludwigshafen am Rhein
Dass der Median-Lohn hier bei 4.721 Euro brutto (Männer: 5.110; Frauen: 3.761 Euro) liegt, ist kein Zufall: In der zweitgrößten Stadt des Bundeslands Rheinland-Pfalz befindet sich der Stammsitz der BASF, die hier den größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt betreibt. Doch längst nicht jeder, der hier arbeitet, lebt in Ludwigshafen: Laut Bundesagentur für Arbeit pendeln rund 69 Prozent aller dort Beschäftigten zu ihrer Tätigkeitsstätte – ein Rekord unter deutschen Großstädten. Bild: Adobe Stock/JuergenL
 
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