Die Kfz-Versicherer mit den meisten Beschwerden

Florian Burghardt Versicherungen Top News

Im Jahr 2019 hatte die BaFin deutlich mehr Beschwerden über Kfz-Versicherer auf dem Tisch als im Vorjahr. Bei 9 Anbietern gab es im Verhältnis zum Vertragsbestand besonders viele Fälle. Ein Direktversicherer sprengte aber alle Dimensionen.

Über manche Kfz-Versicherer haben sich die Kunden verhältnismäßig deutlich häufiger beschwert als über andere. Ein Direktversicherer schoss 2019 allerdings den Vogel ab.

Über manche Kfz-Versicherer haben sich die Kunden verhältnismäßig deutlich häufiger beschwert als über andere. Ein Direktversicherer schoss 2019 allerdings den Vogel ab. Bild: Adobe Stock/carlos_bcn

Die Kfz-Versicherung ist seit Langem eine sehr dynamische Sparte. Jahr für Jahr sorgt im „heißen Herbst“ die Wechselsaison für einen Preiskampf zwischen den Anbietern. Das führt nicht nur dazu, dass seit einigen Jahren eine Vielzahl großer Kfz-Versicherer roten Zahlen hinterherläuft. Die Dynamik der Sparte sorgt auch dafür, dass die Bestände mancher Unternehmen seit Jahren deutlich wachsen, während anderen Anbietern die Kunden konstant davonfahren.

Bei der Auswahl des passenden Kfz-Versicherers kommt es auf viele Kriterien an: Leistung, Kundenservice, Preis. Eine gewisse Aussagekraft besitzt außerdem die BaFin-Beschwerdestatistik. Sie zeigt für jeden Kfz-Versicherer, wie viele Beschwerdefälle die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in einem Geschäftsjahr abschließend bearbeiten konnte und stellt sie der Anzahl der Verträge des Anbieters zum Vorjahresende (hier zum 31.12.2018) gegenüber.

Erneuter Beschwerdeanstieg in Kfz

Im Jahr 2019 konnte die BaFin 1.298 Fälle ad acta legen. Das waren 139 mehr (+12 Prozent) als 2018, als das Beschwerdeaufkommen um 13 Prozent kletterte. Die Fälle verteilten sich auf 73 Kfz-Versicherer (2018: 72). Da die Anzahl ihrer Verträge nicht im gleichen Maße, sondern nur um 2,8 Prozent stieg (von etwa 108 Millionen Verträgen in 2018 auf etwa 111 Millionen in 2019), erhöhte sich folglich auch die durchschnittliche Beschwerdequote. Somit entfiel im Jahr 2019 eine abschließend bearbeitete Beschwerde auf 85.549 Policen. Im Jahr davor war es erst alle 93.127 Policen zu einer BaFin-Beschwerde gekommen.

Die meisten Fälle gab es mit 111 bei der Huk-Coburg (ohne Huk24). Bezogen auf die 9.694.931 Policen des Marktführers ergab sich aber eine leicht überdurchschnittliche Quote von 87.342. Bei der Allianz (ohne Allianz Direct) sorgten 73 Beschwerden für eine Quote von 176.178.

In der untenstehenden Bilderstrecke haben wir alle Kfz-Versicherer zusammenstellt, bei denen ein Beschwerdefall auf weniger als 30.000 Policen entfiel und damit mehr als doppelt so häufig wie im Marktdurchschnitt. Tendenziell entfallen auf Direktversicherer stets verhältnismäßig mehr Beschwerden als auf die klassischen Filialversicherer. Woran das liegt, hat procontra die Anbieter selbst bereits im vergangenen Jahr gefragt. Auch in 2019 befinden sich unter Unternehmen mit den schlechtesten Beschwerdequoten viele Direktversicherer. Einer sprengte mit 53 Fällen auf gerade einmal 50.000 Verträge alle Verhältnisse.

Kfz: Die höchsten Beschwerdequoten

Platz 9: Verti
Über die Verti Versicherung AG (ehemals Directline) gab es 2019 für die BaFin abschließend 60 Beschwerden zu bearbeiten. Im Verhältnis zu den 1.530.983 Kfz-Policen des Versicherers kam damit ein Vorgang auf 20.516 Verträge. Bild: Verti
 
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