Ruhestandsplanung: Das wünscht sich die Zielgruppe

Matthias Hundt Berater Zielgruppenansprache Top News Versicherungen

65 Jahre und Eigenheimbesitzer?! Eine attraktive Kundschaft innerhalb der Beratung im Ruhestand. Doch welche Wünsche hat sie konkret und warum macht das Eigenheim allein nicht glücklich?

Glückliches Rentnerpaar

Verständnis für die Wünsche der Zielgruppe sorgt für Zufriedenheit im Alter. Bild: picture alliance / blickwinkel

Um eine bestimmte Zielgruppe erfolgreich beraten zu können, ist ein hohes Verständnis für deren Bedürfnisse unerlässlich. Das gilt für die Ruhestandsplanung ganz besonders. Hier erstreckt sich die Klientel von einem Lebensalter zwischen 50 und 80 oder älter. Das erfordert eine weitere Feingruppierung, da der Übergang vom Arbeitsleben ins Rentendasein, als eines der einschneidendsten Lebensereignisse, mit begleitet wird. In keiner anderen Phase des Lebens ändern sich die Bedürfnisse, Alltagsabläufe und Lebensumstände so spürbar wie beim Eintritt in den Ruhestand.

Unterteilung in zwei Altersgruppen

Vermittler müssen in der Ruhestandsplanung sowohl die 50-Jährige ansprechen können, die noch voll im Berufsleben steht und familiäre Verpflichtungen hat, als auch den Anfang 70-Jährigen, der nicht mehr arbeitet und sehr viel mehr Zeit für sich und seine Bedürfnisse hat. Olaf Neuenfeldt, Vorstand der Initiative Ruhestandsplanung, empfiehlt daher eine altersabhängige und berufsbedingte Zweiteilung der Zielgruppe: „Ab 50 bis zum Rentenbeginn dreht sich vieles noch um die Frage, welcher Lebensstandard angestrebt wird. Hier haben Kunde und Vermittler noch genügend Zeit, um die bisherigen Maßnahmen gegebenenfalls nachzujustieren, damit das gewünschte Ziel auch realistisch erreicht werden kann.In der zweiten Hälfte, vom Renteneintritt bis hin zum Tod, steht die Frage im Vordergrund, wie das vorhandene Vermögen verwalten und verwendet beziehungsweise dann auch übertragen und vererbt werden soll.“

Offene Wünsche der Eigenheimbesitzer

Auch die Wohnsituation spielt für die Zielgruppe eine wichtige Rolle. Ein aktuelle GfK-Studie im Auftrag von wertfaktor hat innerhalb der 65-jährigen Senioren 1.000 Eigenheimbesitzer befragt. Ein Ergebnis: Wohneigentum allein, macht im Alter nicht wunschlos glücklich. 67 Prozent gaben an, sich nicht alle Wünsche erfüllen zu können. Ein Drittel erklärt, dass sie mit dem zur Verfügung stehendem Geld zwar auskommen, aber jede Ausgabe genau abwägen müssen. Für knapp 3 Prozent reicht das Einkommen sogar nicht für das tägliche Leben aus. „Unsere Studie zeigt, dass die Immobilie im Rentenalter nur noch bedingt ihren Zweck zur Altersvorsorge erfüllt. Viele Rentner benötigen finanzielle Flexibilität, ihr Vermögen ist jedoch gebunden. Offensichtlich wird Betongold als Ideallösung für jede Lebensphase überschätzt“, erklärt wertfaktor Gründer und Geschäftsführer Christoph Neuhaus.

Ein wesentlicher Teil der Ruhestandsberatung ab 50 Jahre ist daher die Klärung, ob die aktuelle Immobilie, auch die sein kann oder soll, in der der Kunde auch im hohen Alter leben will oder kann. Ein weiteres Ergebnis der GfK-Studie brachte hervor, dass 29 Prozent der Befragten mit einem frei verfügbaren Einkommen von weniger als 1.000 Euro und 24 Prozent mit weniger als 500 Euro zufrieden wären. Wofür die Senioren (65+) das Geld verwenden würden, sehen Sie in der folgenden Bilderstrecke (Wunschliste der Eigenheimbesitzer).

Die Wunschliste der Eigenheimbesitzer (ab 65 Jahren)

#10 - Kleidung (17%)
Auf Platz zehn landete der Wunsch, seinen Kleiderschrank weiter mit neuer Mode bestücken zu können._Bild: picture alliance/imageBROKER
 
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