LV-Storno wegen Corona: So reagieren die Maklerpools

Florian Burghardt Corona Berater Top News Meistgeklickt

Immer mehr Lebensversicherer bieten Maklern aktuell Storno-Sonderlösungen, falls Kunden ihre LV-Verträge kündigen oder beitragsfrei stellen. Doch wie sehen sich Maklerpools für diese Krise aufgestellt und welche speziellen Angebote haben sie für ihre Partner?

Einige Maklerpools reichen ihren Partnern aktuell mit digitalen Konzepten hilfreich die Hand.

Einige Maklerpools reichen ihren Partnern aktuell mit digitalen Konzepten hilfreich die Hand. Bild: picture alliance / imageBROKER

Die Corona-Krise reduziert für Versicherungsvermittler aktuell nicht nur die Möglichkeiten für Kundenberatungen und Neuabschlüsse. Sie könnte auch zu vermehrten Stornierungen und Beitragsfreistellungen bei Lebensversicherungen führen. Denn wenn aufgrund Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit das Geld knapp wird, stehen die Beiträge zur Lebensversicherung in der Prioritätenliste wahrscheinlich nicht mehr ganz so hoch. Wenn viele Kunden so handeln, bekommen auch Vermittler für noch in der Stornohaftung befindliche Verträge ein Problem.

Dieses haben einige Versicherer bereits erkannt und Storno-Sonderlösungen für LV-Verträge konzipiert. Diese reichen unter anderem vom Zahlungsaufschub bis hin zu erhöhten Provisionen. Außerdem lohnt es sich für Makler und Co., sich zeitnah mit den Möglichkeiten zur Beantragung von staatlichen Soforthilfen auseinanderzusetzen.

Doch das Problem von Corona-bedingten LV-Stornos betrifft nicht nur Versicherer und Vermittler. An den geflossenen Provisionen ebenfalls beteiligt sind häufig Maklerpools. Auch ihnen bricht krisenbedingt Neugeschäft weg und auch Overhead-Rückflüsse sind ein Thema. procontra wollte von einigen Maklerpools und -verbünden wissen, wie sie sich für eine mögliche Stornowelle gewappnet sehen und welche Möglichkeiten sie zu deren Abwehr für ihre Makler-Partner haben. Die Antworten einiger Pools finden sich in der untenstehenden Bilderstrecke.

Anm. d. Red.: profino hat für Makler exklusiv mit freundlicher Unterstützung der Zurich einen Hilfebereich für Makler eingerichtet. Hier erfahren Sie alles, was Makler unmittelbar wissen müssen aus den Bereichen "Ihre Beratung", "Ihr Maklerunternehmen" und "Ihre Gesundheit".

So reagieren die Maklerpools

blau direkt: „Stornoversicherung für LV-Bestände“
Oliver Pradetto, COO von blau direkt, schätzt, dass die Krise in zwei bis drei Monaten die Geldbeutel der Kunden erreichen wird. Die Verunsicherung der breiten Masse würde demnach zu weniger Abschlüssen in LV und KV führen sowie zu vermehrten Stornos von Arbeitslosen und Kurzarbeitern. „Makler, die im Schnitt bis zu 40 Prozent ihrer Einnahmen verlieren, müssen gleichzeitig bis zu 30 Prozent eines Jahresumsatzes an Stornogebühren zurückzahlen. Viele Makler werden aufgeben. Das trifft uns als Pool heftig, denn wir sitzen bei Erfolg wie Misserfolg in einem Boot mit unseren Partnern“, erklärt Pradetto. Die Lübecker sehen sich jedoch aus zwei Gründe gut gewappnet für die Krise: Man sei aufgrund des Digitalisierungsgrads in der Lage, ein Vielfaches des eigenen Volumens abwickeln zu können. „Dadurch können Belegschaftsmakler, Banken, Vertriebe und andere Pools ihre Innendienstabwicklungen extrem günstig an uns auslagern und selbst massiv Kosten sparen“, so der blau direkt-Chef. Als zweite Absicherungslinie nennt er das eigene, verhältnismäßig große Wachstum durch Bestandsübertragungen. So können sich angebundene Vermittler konstante Einnahmen über Bestandsprovisionen sichern. Die Makler selbst könnten über blau direkt und dessen Partner Wifo eine Stornoversicherung für ihre LV-Bestände abschließen. Mit vielen Lebensversicherern habe der Pool zudem, laut Pradetto, im Storno-Fall moderate Auffanglösungen vereinbart. Bild: blau direkt