Homeoffice: Was Arbeitnehmer zum Versicherungsschutz wissen sollten

Martin Thaler Berater

Knapp die Hälfte aller Deutschen arbeitet aufgrund der Corona-Krise derzeit im Homeoffice. Der Heimarbeitsplatz hat allerdings seine Tücken, wenn es um den Schutz vor Unfällen geht.

Beim Homeoffice kann es mit dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz kompliziert werden.

Beim Homeoffice kann es mit dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz kompliziert werden. Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa

Das Corona-Virus verändert die Arbeitsweisen vieler Deutscher – immer mehr Arbeitnehmer tauschen das Büro mit dem eigenen Schreibtisch und setzen auf Homeoffice. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom arbeiten mittlerweile 49 Prozent der Berufstätigen ganz oder zumindest teilweise im Home-Office. Für viele eine vollkommen neue Situation: 18 Prozent der mehr als 1.000 befragten Arbeitnehmer durften zuvor gar nicht im Homeoffice arbeiten und tun dies nun zeitweise (15 Prozent) bzw. ganz (3 Prozent). 31 Prozent konnten bereits vorher im Homeoffice arbeiten und tun dies nun häufiger (17 Prozent) bzw. ganz (14 Prozent).  

„Die Corona-Pandemie und die drastischen Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens erzwingen ein radikales Umdenken in der Kultur vieler Unternehmen“, kommentierte Bitkom-Präsident Achim Berg das Ergebnis.  

Mit dem Homeoffice ändert sich jedoch auch der Versicherungsschutz vieler Arbeitnehmer – denn die gesetzliche Unfallversicherung unterscheidet streng zwischen beruflichen und privaten Tätigkeiten. Doch diese strikten Grenzen verschwimmen in den eigenen vier Wänden leicht einmal, weswegen entsprechende Unfälle häufig vor Gericht geklärt werden müssen.  

Der Versichererverband GDV hat in diesem Zusammenhang mehrere Urteile zusammengestellt, die die unsichere Rechtssituation der Heimarbeiter verdeutlichen.

4 wichtige Urteile zum Thema Homeoffice

Fall 1: Der Weg in die Küche
Nicht nur im Büro überkommt einen häufiger ein Hungergefühl oder das Verlangen nach einem Glas Wasser. Der Gang in die eigene Küche ist allerdings anders als der in die Betriebskantine nicht versichert, wie aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (Az: B 2 U 5/15 R) aus dem Jahr 2016 hervorgeht. Konkret ging es um einen Arbeitnehmer, der beim Weg in die Küche auf seiner Treppe ausgerutscht und schwer gestürzt war. Das Bundessozialgericht entschied, dass man den Arbeitgeber nicht für die Risiken in der privaten Wohnung des Arbeitnehmers verantwortlichen machen könne. Bild: Adobe Stock/peshkova
 
  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare