Haftpflicht-Schadenbeispiele: Versichert oder nicht?

Florian Burghardt Versicherungen Top News

Vorsatz oder doch grobe Fahrlässigkeit? Bauherren- oder Grundstückseigentümerrisiko? Auch bei Haftpflichtschäden gibt es viele Feinheiten. Wofür Schutz besteht und was zurecht abgelehnt wurde, zeigen wir Ihnen anhand von 6 Beispiel-Schadenfällen.

Sind Schäden an geliehenen Gegenständen in der privaten Haftpflichtversicherung immer ausgeschlossen?

Sind Schäden an geliehenen Gegenständen in der privaten Haftpflichtversicherung immer ausgeschlossen? Bild: Adobe Stock/Paolese

In der privaten Haftpflichtversicherung (PHV) kommt es traditionell zu eher weniger Beschwerden über die Unternehmen. Und das bei der enormen Anzahl an Verträgen. In den vergangenen Jahren konnten fast alle Anbieter in der Haftpflicht-Sparte wachsen. Dabei machten manche deutlich mehr Gewinn als andere. Daraus lässt sich aber nicht automatisch ableiten, dass diese Versicherer tendenziell mehr Schäden ablehnen.

Das „Nicht-Leisten“ im vermeintlichen Schadenfall ist auch der ganz überwiegende Grund, warum sich Verbraucher beim Versicherungsombudsmann über ihren Haftpflichtversicherer beschweren. So bekommt der Ombudsmann zahlreiche Schadenfälle auf den Tisch, die Versicherer zunächst abgelehnt haben. Bis zu einem Betrag von 10.000 Euro darf er das Versicherungsunternehmen dann trotzdem zur Leistung verpflichten, sofern er davon ausgeht, dass ein Rechtsstreit ebenfalls zur Leistung geführt hätte.

Eine Auswahl von solchen Schadenbeispielen in der privaten Haftpflichtversicherung haben wir in der untenstehenden Bilderstrecke zusammengestellt. Sie enthalten sowohl Verpflichtungen zur Kostenübernahme als auch Ablehnungen durch den Ombudsmann. Schadenbeispiele zur Rechtsschutzversicherung gibt es hier.

PHV-Schadenbeispiele: Hätten Sie genauso entschieden?

Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit?
Eine Frau hatte ihren 26-jährigen Sohn in ihrer Police mitversichert. Auf einem Festival stieg dieser in Socken auf das Autodach seines Freundes und beschädigte es dabei. Der Haftpflichtversicherer lehnte den Versicherungsschutz mit dem Hinweis ab, der Schaden sei vorsätzlich verursacht worden. Der Ombudsmann kam allerdings zu einem anderen Ergebnis. Denn damit sich der Versicherer in der Haftpflichtversicherung auf vorsätzliches Handeln berufen könne, ist es erforderlich, dass der Vorsatz auch die konkrete Beschädigung umfasst. Der Versicherte muss es also zumindest in Kauf genommen haben, dass der Schaden eintritt. Aus den vorgelegten Unterlagen ergaben sich jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass der Sohn der Beschwerdeführerin seinen Freund bewusst schädigen wollte. Vielmehr folgerte man bei der Schlichtungsstelle Unvernunft und grobe Fahrlässigkeit in dem Verhalten des Sohnes – was aber mitversichert ist. Nach diesem Hinweis übernahm der Versicherer den Schaden. Bild: Adobe Stock/simona
 
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