Stürme und ihre Folgen: 4 wichtige Urteile

Berater Florian Burghardt von Florian Burghardt

Ob nun „Xavier“, „Burglind“ oder ganz aktuell „Sabine“ – große Sturmtiefs verursachen Schäden. Doch trotz bestehender Policen zahlen Versicherer nicht immer. Wie Gerichte dies beurteilten, zeigen 4 Beispiele.

Kommt es erst Tage nach einem Sturm zum Schadeneintritt, wird gerne mal über die Leistungspflicht gestritten.

Kommt es erst Tage nach einem Sturm zum Schadeneintritt, wird gerne mal über die Leistungspflicht gestritten. Bild: Adobe Stock/rasica

Rückstau vom Balkon nach Starkregen?
Ein Sturm bringt oft auch Starkregen mit sich. Gegen dessen Folgen kann sich versichern, wer seine Wohngebäude-Police um einen Elementarschaden-Baustein erweitert. Nach einem solchen Starkregenereignis konnte das Balkonentwässerungssystem einer Frau die Wassermassen nicht fassen. Das Regenwasser staute sich und drang über die Balkonschwelle in die Wohnung ein. Den daraus entstandenen Schaden wollte die Frau von ihrem Wohngebäudeversicherer erstattet bekommen, da sie den Fehler hier in den Rohrleitungssystemen des Gebäudes wähnte. Doch das Kammergericht Berlin erteilte ihr eine Abfuhr (Az.: 6 U 162/17). Denn ein versicherter Rückstau setze voraus, dass Wasser bestimmungswidrig aus dem Rohrsystem ausgetreten ist. Im vorliegenden Fall handele es sich allerdings um einen „bestimmungswidrigen Nichteintritt“, so die Richter. Ein Rückstau im Sinn von 4 § der Wohngebäudebedingungen läge damit nicht vor. Bild: Shutterstock/Sirada Wichitaphornkun