bKV: Wie Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen

Berater profino Bilderstrecken von Michael Fiedler

Betriebliche Gesundheitsvorsorge steht besonders bei jungen Menschen hoch im Kurs. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter Nichtakademikern. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke. Denn aller Erfolge im Zusatzgeschäft zum Trotz bemängelt ein Großteil, dass ihr Arbeitgeber keine entsprechenden Angebote unterbreiten würde.

bKV_betriebliche Gesundheitsvorsorge Prävention Krankenzusatz

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft im Bereich der betrieblicher Gesundheitsleistungen eine große Lücke. Bild: shutterstock.com

Das Portal mobileJob lässt quartalsweise 1.000 Arbeitnehmer mit nichtakademischem Hintergrund befragen, um einen analytischen Blick auf deren Karrierechancen zu werfen. In der jüngsten Ausgabe der Studie wollte mobileJob wissen, welche Rolle zusätzliche Gesundheitsleistungen von Arbeitgebern spielen.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Potenzial von betrieblicher Gesundheitsförderung bei Weitem nicht ausgeschöpft wird. So kommen gerademal 31 Prozent der Befragten in ihrem Unternehmen in den Genuss gesundheitlicher Zusatzleistungen. Doch der Wunsch nach Zusatzleistungen im Gesundheitsbereich ist wesentlich höher. 59 Prozent der Befragten geben an, sich vornehmlich bei gesundheitsbewussten Unternehmen bewerben zu wollen. Bei den 18-29-Jährigen wünschen sich 65 Prozent zusätzliche Gesundheitsleistungen von ihrem Arbeitgeber.

70 Prozent wollen bKV

Eine betriebliche Zusatzkrankenversicherung wird von den Befragten bevorzugt; 70 Prozent halten sie für gut oder notwendig. Doch nur sechs Prozent der Befragten geben an, dass ihr Arbeitgeber solche Angebote unterbreitet. Einen Zuschuss für Fitnessstudios fänden 48 Prozent gut und 14 Prozent notwendig, während auch hier aktuell gerade einmal 7 Prozent von einem derartigen Angebot ihres Arbeitgebers profitieren. Ein ähnliches Bild ist bei präventiven Gesundheitschecks erkennbar, die 20 Prozent für notwendig halten und weitere 36 Prozent gut fänden, während nur 19 Prozent in ihrem Unternehmen tatsächlich davon profitieren.

Wichtige pro-bKV-Argumente

Das „rasante Wachstum“, das der PKV-Verband Anfang des Jahres ausmachte, könnte sich also fortsetzen. Allerdings zeigen Untersuchungen auch, dass erst 29 Prozent der Vermittler aktiv in diesem Bereich ihre Kunden und Mandanten ansprechen. Dabei liegen die Vorteile klar auf der Hand:

  • Die Beiträge sind durch Gruppentarife günstiger als bei einem individuellen Vertragsabschluss.
  • Sonst übliche Gesundheitsprüfungen oder Wartezeiten entfallen in der Regel bei der bKV.
  • In vielen Fällen können auch Familienangehörige dieses Angebot nutzen.

Video: bKV-Konzept neu gedacht

Auch auf der Online-Plattform profino können sich Vermittler über neue Angebote von Versicherern informieren.

7 größte Irrtümer zur bKV

1. Die bKV ist eine Form der Betriebskrankenkasse.
Stimmt nicht. Bei der bKV handelt es sich um ein arbeitgeberfinanziertes Konzept zur Krankenzusatzversicherung. Es richtet sich an gesetzlich und privat versicherte Mitarbeiter oder Mitarbeitergruppen. Die bKV soll eine bessere Gesundheitsversorgung ermöglichen bzw. Lücken gesetzlicher Leistungen schließen. Die Ausgestaltung der Zuwendung kann ganz unterschiedlich sein. Fotolia / Thomas Reimer
 
  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare