Cyberschutz: Lohnt aktive Ansprache von Firmenkunden?

Berater von Michael Fiedler

Cyberangriffe auf kleine- und mittlere Unternehmen (KMU) haben dramatisch zu genommen. Doch viele Unternehmen unterschätzen das Geschäftsrisiko. Lohnt es sich für Makler, dieses Risiko aktiv anzusprechen?

Cyber Cybercrime Aktive Ansprache Hiscox HDI

Cybercrime: Lohnt sich die aktive Ansprache von Firmenkunden? Bild: shutterstock.com

Cyber-Angriffe haben 2018 61 Prozent der Firmen in Deutschland getroffen, zeigt der Hiscox Cyber Readiness Report 2018. Im Vorjahr waren es noch 48 Prozent. Die Frequenz von Cyberangriffen steigt also weiter an.
Betrachtet man die Zahlen genauer, wird auch deutlich, welche Unternehmen besonders von dieser Steigerung betroffen sind (siehe Tabelle).

Anteil attackierter Unternehmen
Unternehmensgröße20182019
Kleine Unternehmen
(<50 Mitarbeiter)
33%47%
Mittlere Unternehmen
(50 - 249 Mitarbeiter)
36%63%
Große Unternehmen
(250 - 999 Mitarbeiter)
70%70%
Großunternehmen
(1.000+ Mitarbeiter)
69%74%


 

Cyber: Angriffe und Schadenhöhe steigen

Ein Zuwachs von 61 Prozent ist auch bei den Kosten für Cyber-Zwischenfälle festzustellen. Im Durchschnitt mussten Unternehmen für alle erlittenen Cyber-Angriffe 369.000 US-Dollar zahlen (Vorjahr: 229.000 US-Dollar). Für deutsche Unternehmen gibt der Cyber-Readiness Report ungewöhnlich hohe 906.000 US-Dollar Durchschnittskosten für alle Cyber-Vorfälle pro betroffenem Unternehmen an. Ursache dafür seien einzelne besonders hohe Schadenfälle, räumt Hiscox ein.

„Der Anstieg von Schadenfällen und -summen verwundert uns nicht und deckt sich mit unserer Schadenpraxis. Die wenigsten Firmen beschäftigen sich aktiv mit Cyber-Krisenmanagement und das Niveau von Schutz- und Präventionsmaßnahmen ist in vielen Unternehmen nach wie vor bedenklich. Diesen Vorteil können Cyber-Kriminelle leicht für sich nutzen. Entscheider müssen realisieren, dass Cyber-Kriminalität ein reales Geschäftsrisiko der digitalisierten Welt ist, und nicht nur eine Modeerscheinung“, erläutert Robert Dietrich, Managing Director Germany der Hiscox SA.

Unternehmen zu passiv

Die Einschätzung von Dietrich deckt sich auch mit den Ergebnissen einer YouGov-Maklerumfrage im Auftrag von HDI. So seien sich zwar viele mittelständische Unternehmer der Gefahren der Cyberwelt bewusst, gehen aber davon aus, dass sie quasi „unter dem Radar fliegen“ könnten. Lediglich drei Prozent der Makler gaben an, dass Kunden befürchten, selbst Opfer einer Cyberattacke zu werden. Kein Wunder also, dass nur 15 Prozent der Makler berichten konnten, von ihren Kunden zumindest gelegentlich auf das Thema Cybersicherheit angesprochen zu werden. Bei 84 Prozent der Teilnehmer ist das nur selten oder nie der Fall.

Aktive Ansprache verspricht Erfolg

Rund zwei Drittel der Makler gehen deshalb auch mit dem Thema aktiv auf ihre Firmenkunden zu und sprechen diese gezielt auf die Problematik an. Mit Erfolg: Bei den meisten Kunden kommt das gut an. Diese Erfahrung machen knapp 60 Prozent derjenigen, die das Thema Cybersicherheit beim Kunden aktiv ansprechen. Allerdings sehen sich rund 40 Prozent der Teilnehmer auch mit negativen Reaktionen konfrontiert.
HDI Vertriebsvorstand Dr. Tobias Warweg appelliert deshalb: „Makler sollten sich nicht entmutigen lassen und in Sachen Cyberversicherung weiter auf ihre Kunden zugehen. Das Thema ist zu wichtig, um es liegen zu lassen“.

 
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