PKV-Beitragsstabilität: 906 Tarife im Vergleich

Versicherungen Top News Meistgeklickt von Florian Burghardt

Die Ratingagentur Morgen & Morgen hat die Beitragsstabilität von 29 Krankenvollversicherern bewertet und dafür 906 Tarifkombinationen analysiert. Einen der beiden Testsieger hatten womöglich nur die wenigsten auf der Rechnung.

Im Vergleich der Beitragsstabilität von 29 PKV-Anbietern konnten zwei private Krankenversicherer mit einer "weißen Weste" überzeugen.

Im Vergleich der Beitragsstabilität von 29 PKV-Anbietern konnten zwei private Krankenversicherer mit einer "weißen Weste" überzeugen. Bild: Pixabay

Natürlich geht es in der privaten Krankenversicherung (PKV) vorrangig um die Auswahl der besten Leistungen für die individuelle Person. Aus Kundensicht spielt aber auch die Stabilität der zu zahlenden Beiträge eine große Rolle bei der letztendlichen Entscheidung für einen PKV-Anbieter und dessen Produkt. Das weiß man auch bei der Ratingagentur Morgen & Morgen und hat deshalb 906 PKV-Voll-Tarifkombinationen von 29 privaten Krankenversicherern analysiert.

Betrachtet wurden die Neugeschäftsprämien für die letzten fünf Jahre, bezogen auf die Tarifbausteine ambulant, stationär und Zahn. Tarife, die keine Beitragshistorie für die letzten 5 Jahre aufweisen können, wurden im Rating nicht berücksichtigt. Die Entwicklung der Beiträge wurde jeweils für die Eintrittsalter von 21 bis 50 Jahren analysiert und ein Mittelwert gebildet, der für die letztendliche durchschnittliche Beitragsanpassung (BAP) der Tarifkombination steht. Die genaue Rating-Methodik ist hier ausführlich erläutert.

Jede vierte Tarifkombination gewinnt

Über alle Anbieter und Tarife hinweg haben die Studienautoren eine durchschnittliche BAP von 1,68 Prozent ermittelt (Vorjahresstudie: 1,44 Prozent). Die Höchstwertung von fünf Sternen (ausgezeichnete Beitragsstabilität) gab es für 245 der 906 untersuchten Tarifkombinationen (27 Prozent). Vier Sterne (sehr gut) gab es für 325 Tarifkombinationen, drei Sterne (durchschnittlich) für 234, zwei Sterne (schwach) für 70 und einen Stern (sehr schwach) für 32 Tarifkombinationen.

Der Vergleich der Anbieter anhand von Tarifkombinationen gestaltet sich schwierig, da die privaten Krankenversicherer (ähnlich wie die BU-Versicherer) unterschiedliche Produktstrategien fahren. Beispielsweise ist die Allianz als einer der größten PKV-Anbieter im aktuellen Rating von Morgen & Morgen nur mit 8 Tarifkombinationen vertreten, während die Arag auf 171 kommt.

Central und DEVK mit „ausgezeichneter Stabilität“

Insgesamt haben nur zwei Versicherer für alle ihre Tarifkombinationen die Höchstbewertung von fünf Sternen erhalten: Die Central (7 Tarifkombinationen) und die DEVK (16 Tarifkombinationen). Die vollständige Ergebnisliste gibt es hier.

Zumindest im Fall der Central (PKV-Anbieter der Generali Deutschland) dürfte das Attest „ausgezeichnete Beitragsstabilität“ teilweise auch überraschen und lässt sich wohl nur anhand der Rating-Methodik rechtfertigen. Denn laut Daten der Bundesregierung erhöhte die Central die Beiträge für alle ihre PKV-Tarife zwischen den Jahren 2011 und 2016 jährlich im Durchschnitt um 4,33 Prozent. Das war der höchste Wert auf dem gesamten Markt.

In einer procontra-eigenen Analyse (siehe auch untenstehende Bilderstrecke) weist die Central im Jahr 2018 über alle ihre Krankenvolltarife hinweg eine durchschnittliche BAP von 2,7 Prozent aus.

Die BAP der PKV-Anbieter

Mecklenburgische
Die Mecklenburgische Krankenversicherung kam im Jahr 2018 über alle ihre Krankenvolltarife hinweg auf eine BAP von 0,0 Prozent. Die durchschnittliche Anpassung aller Krankenzusatztarife betrug 2,1 Prozent. Bild: GDV
 
  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare