Diese Haftpflichtversicherer verloren die meisten Policen

Versicherungen Top News Meistgeklickt von Florian Burghardt

Die Haftpflichtversicherung erfreut sich großer Nachfrage und sorgt für konstante Gewinne bei den Versicherern. Doch 12 Anbieter mussten zuletzt stellenweise große Teile ihrer Bestände ziehen lassen, darunter zahlreiche Branchengrößen.

Einige Anbieter mussten zuletzt den Wegfall nicht unerheblicher Anteile ihrer Bestände in der Haftpflichtversicherung verzeichnen.

Einige Anbieter mussten zuletzt den Wegfall nicht unerheblicher Anteile ihrer Bestände in der Haftpflichtversicherung verzeichnen. Bild: Pixabay

Die private Haftpflichtversicherung (PHV) dient gerne als Beispiel für ein simples Versicherungsprodukt. Dabei ist sie von besonderer Bedeutung – schützt sie doch für relativ kleines Geld vor großen Schäden. Unter anderem deshalb erachten Verbraucher die PHV als eine der wichtigsten Versicherungen.

Diese Wertschätzung spiegelt auch die konstante Nachfrage wider. Seit über 20 Jahren wächst der Vertragsbestand in der allgemeinen Haftpflichtversicherung konstant an. Allein im Jahr 2017 gab es unter dem Strich einen Zuwachs von rund 500.000 Policen auf insgesamt 46,4 Millionen. Zudem wirft die Haftpflichtsparte konstanten Gewinn für die Versicherer ab. Im Jahr 2017 (neuere offizielle GDV-Zahlen liegen noch nicht vor) lag die Combined Ratio bei 91 Prozent. In den letzten 14 Jahren lag sie immer unter 100 Prozent. Häufig konnten die Anbieter dabei über 10 Cent pro Beitragseuro Gewinn machen. Einige Haftpflichtversicherer konnten sogar noch deutlich mehr verbuchen.

Doch es können nicht alle Versicherungsunternehmen von der anhaltenden Haftpflichtnachfrage profitieren. Zu diesem Ergebnis kommen die V.E.R.S. Leipzig GmbH und die YouGov Deutschland GmbH in ihrer gemeinsamen Studie „Branchenmonitor Haftpflichtversicherung“ (hier kostenpflichtig bestellen). Dafür wurden die Geschäftsberichte der 50 größten Haftpflichtversicherer auf dem deutschen Markt ausgewertet (Privat- und Firmenkundengeschäft wurde dabei zusammengefasst betrachtet). Sie stehen zusammen für eine Marktabdeckung nach Beitragseinnahmen von 91 Prozent.

Große Unterschiede zwischen Gewinnern und Verlierern

Die Analyse zeigt, dass im Vergleich der Vertragsbestände zum Jahresende 2016 und 2017 insgesamt 38 der 50 Anbieter Zuwächse verzeichnen konnten. Besonders gut schnitten zum Beispiel die Gothaer (+249.881 Verträge bzw. 17,6 Prozent) oder die Basler (+46.055 Verträge bzw. 13,7 Prozent) ab.

Von solchen Werten konnten die meisten Haftpflichtversicherer nur träumen. 12 der 50 größten mussten im Jahr 2017 sogar einen Policenschwund verzeichnen. Bestandsverluste von unter einem Prozent gab es bei:

  • Provinzial Nord Brandkasse (-373 bzw. 0,1 Prozent)          
  • Nürnberger (-564 bzw. 0,2 Prozent)        
  • VGH (-1.326 bzw. 0,2 Prozent)          
  • Öffentliche Versicherung Braunschweig (-885 bzw. 0,5 Prozent)

Die 8 Haftpflichtversicherer mit einem Verlust von über einem Prozent ihres Gesamtbestands in der Haftpflichtsparte haben wir in der untenstehenden Bilderstrecke zusammengestellt.

Haftpflicht: Die größten Bestandsverlierer

Platz 8: Inter
Die Inter Allgemeine verzeichnete gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 einen Vertragsrückgang um 1,1 Prozent in der Haftpflichtversicherung. Das bedeutete 1.244 Policen weniger. Mit einem Gesamtbestand von 115.821 Verträgen zum Jahresende 2017 und Beitragseinnahmen in Höhe von 18 Millionen Euro verfügte das Unternehmen noch über einen Marktanteil von 0,23 Prozent. Bild: GDV
 
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